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Siemens boomt - aber Österreich hinkt hinterher

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von Manfred Mader | 29.07.2010 | 18:39

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Siemens boomt - aber Österreich hinkt hinterher

Der Auftragseingang des Technologieriesen stieg im dritten Quartal gleich um 22 Prozent. Österreich und CEE konnten aber nur bescheidene Zuwächse beisteuern.

WB/Peroutka

Die gestrige Präsentation der Zahlen für das dritte Quartal waren für Siemens-Boss Peter Löscher das reinste Vergnügen. Der Auftrageingang stieg um 22 Prozent, die Gewinnprognose wurde erhöht, dem Technologiekonzern winkt ein Rekordjahresergebnis (Details zum Konzernergebnis siehe Kasten).

Siemens Österreich und die von Wien aus gelenkte Region Zentral- und Osteuropa können in den Jubelgesang jedoch nicht einstimmen. Wie Kurt Hofstädter, Vorstand bei Siemens Österreich für den Bereich Industrie, gegenüber dem WirtschaftsBlatt erklärt, wurde zwar der Boden des Abschwungs erreicht, ein Boom wie in anderen Regionen ist jedoch noch nicht zu spüren. „In Zentraleuropa - und dazu zähle ich auch Österreich - hat die Krise die Ausformung einer klassischen L-Kurve." Sprich: Zuerst ging es mit rund 30 Prozent minus steil bergab und nun bleibt man für längere Zeit auf diesem niedrigen Niveau. Hofstädter:?„Wir haben zwar eine ­leichte Aufwärtsbewegung um ein bis zwei Prozent plus zu verzeichnen, allerdings vom niedrigen Niveau der Krise aus gerechnet."

Österreich steht damit in krassem Gegensatz zum Nachbarland Deutschland. Dort beträgt der Zuwachs beim Auftragseingang beeindruckende 44 Prozent. Das Mutterland von Siemens schlägt damit jede andere Region. Die Erklärung von Hofstädter: „Deutschland bekommt weitaus stärker als Österreich Aufträge direkt aus dem boomenden asiatischen Raum. Österreich ist in vielen Fällen Zulieferer nach Deutschland, daher kommen die Aufträge hierzulande mit Verspätung." Laut Hofstädter hinkt die österreichische Tochter der deutschen Mutter sowohl bei Aufschwung als auch beim Abschwung erfahrungsgemäß drei Monate hinterher. Daher ist der Industrie-Vorstand für das nächste Quartal schon weitaus optimistischer.

Neue Blase droht

Hofstädter sieht die weltweite Konjunkturerholung allerdings auch mit etwas Sorge. „Das derzeitige Bild ähnelt stark jenem vor der Krise. Damals haben sich die Vereinigten Staaten stark verschuldet, Asien hat die Waren geliefert und Europa die Produktionsmaschinen. Das ist so lange gut gegangen, bis die Kreditblase in den USA geplatzt ist." Laut Hofstädter beginnt das Spiel jetzt von neuem. „Europa und Asien sind bei der Verschuldung zwar einigermaßen vorsichtig, aber Obama gibt das Geld mit vollen Händen aus, um die Krise zu bewältigen. Da könnte die nächste Kreditblase entstehen."

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