Das Sanierungsverfahren der insolventen Computerspiele-Schmiede JoWooD ist gestern am Handelsgericht Wien eröffnet werden.
Und ab sofort tickt die Uhr für das börsenotierte Unternehmen. Der Schicksalstag ist dabei der 7. April. Dann findet die entscheidende Tagsatzung statt, in deren Verlauf über den Sanierungsplan abgestimmt wird. Sollte die Rettung bis zu diesem Zeitpunkt nicht geglückt sein, heißt es für den steirischen Betrieb wohl endgültig „Game Over“. Die Passiva belaufen sich auf knapp 22 Millionen €. 4,6 Millionen € ist man alleine bei diversen Geldinstituten in der Kreide.
Mitbewerber an Bord?
Bei JoWooD gab man sich gestern betont optimistisch. „Wir verhandeln mit einer Handvoll Investoren und sind hier bereits im fortgeschrittenen Stadium“, so JoWooD-Sprecher Philipp Brock zum WirtschaftsBlatt. Bei den potenziellen Geldgebern handle es sich „teilweise um Finanzinvestoren und teilweise um strategische Investoren.“ Auf die Nachfrage, ob diese strategischen Investoren aus der Computerspiel-Branche kommen würden, antworte Brock: „Ja, das ist richtig.“ Laut Brock fehle einzig noch die Unterschrift, um den Rettungsdeal endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Deshalb sei auch ein Jobbabau aus derzeitiger Sicht kein Thema.
Zum Insolvenzverwalter wurde gestern übrigens der Wiener Anwalt Helmut Platzgummer bestellt. Inhaltlich wollte er sich gestern noch nicht äußern. „Ich werde mich intensiv mit der Materie beschäftigen. Noch ist es zu früh, eine Stellungnahme abzugeben“, so der Insolvenzspezialist. Platzgummer muss jetzt prüfen, ob der Spielehersteller fortgeführt werden kann. Sollten die Investoren tatsächlich ante portas stehen, dürfte das kein Problem sein. Schließlich wird sich auch zeigen, ob die angebotene Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren, angemessen ist und der Sanierungsplan angenommen wird.
Die Aktie des Unternehmens blieb auch gestern vom Handel ausgesetzt. Brancheninsider gehen aber davon aus, dass der Handel an der Wiener Börse nach Einleitung des Insolvenzverfahrens wieder aufgenommen wird. Zum Zeitpunkt der Suspendierung notierte das Papier bei 0,93 €. Sieben Monate zuvor war die Aktie noch fünf € wert gewesen.