Melanie Manner
Who is Who und Business Leader Association verdienen kräftig an denen, die "auch dabei sein" wollen. Einen Einstieg in die Society bedeutet die Mitgliedschaft aber nicht.
Wien. Das Geschäft mit den Promis läuft gut. Der Chef des österreichischen Who is Who-Verlags, Ralph Hübner, ist zufrieden. "Wir verkaufen jährlich über 7000 Stück in Österreich."
Die Luxusausgabe in Leder und mit Goldumrandung kostet 1272 Euro. Der Eintrag in die Promi-Enzyklopädie kostet nichts, wer jedoch sein Foto drin haben möchte, zahlt mehr als 120 Euro. Die Bücher werden hauptsächlich von den geschmeichelten Eingetragenen selber gekauft. Nur mit Promis allein kann Hübner da kein Vermögen anhäufen. Unter den "Wichtigen" finden sich daher nicht selten lokale Prominenz und kleine Gewerbetreibende, die vom Verlag ausgewählt und angesprochen werden. So hat das Who is Who etwa 30.000 Einträge. Zum Vergleich: Das amerikanische Marquis Who's who zählt etwa 45.000.
"Es ist ein Geschäft mit der Eitelkeit, sofern man Eitelkeit nicht negativ sieht. Jeder freut sich, wenn das gewürdigt wird, was er im Leben gemacht hat und er seinem Sohn den Eintrag zeigen kann", sagt Hübner.
Wer sich aber einen Einstieg in die High Society erwartet, wird enttäuscht. Wie Goldgrosshändler Robert Navratil, der gleich nach seinem Eintrag eine Ausgabe erstanden hat. "Gebracht hat es mir nichts. Ich frage mich auch, wie die auf mich gekommen sind."
>> Getürkter Eintrag <<
Wirtschaftsbosse wie Boris Nemsic oder Erich Becker, die ebenfalls drinstehen, werden eben öfter als Kontakte gesucht.
Es sei denn, man türkt seinen Eintrag. Wie der Hamburger Reinigungsunternehmer Henry Randmark, der sich im März outete: Er gab sich als ehemaliger US-Oberst und Vietnam-Veteran aus und wurde so Mitglied in den feinsten Klubs der Hamburger Society.
Seit drei Jahren ist auch die International Association of Business Leaders (IABL) in diesem Markt tätig. Sie bietet die Aufnahme in eine CD-ROM mit Biografien von 25.000 Prominenten aus der ganzen Welt. Diese CD-ROM ist nur für die Mitglieder erhältlich - für 695 US-Dollar.
"Wir sind eine For-Profit-Organisation", bemerkt IABL-Vizepräsidentin Ellen Engel trocken. Der Club bietet auch Hilfe beim Networking und veranstaltet Konferenzen.
Mit Mitgliedskosten von 1000 Dollar müsse man schon rechnen, schätzt Karl Bochsler. Der Chef der Schweizer Axima Management Services sitzt im Board of Adivsors der IABL. Was ihm die Mitgliedschaft gebracht hat? "Es ist mit dieser CD-ROM problemlos, Kontakte in der Geschäftswelt zu finden." Er wurde bereits drei Mal auf Grund seines Eintrags angesprochen. Selber hat er ein Mal einen Kontakt angebahnt.
Bildtext: Who is Who-Chef Ralph Hübner: "Jeder freut sich, wenn das gewürdigt wird, was er gemacht hat"