
|
Dialog-backdrop Plastik-Mist als Brennstoff bei der Industrie heiß begehrtChristoph Polster Hohe Energiekosten machen die Zementerzeugung in Österreich zu teuer. Die Verbrennung von gefährlichen Abfällen und Plastik soll Abhilfe schaffen. Wien. Die österreichischen Zementerzeuger stöhnen unter dem Joch der hohen Energiekosten. Slowakische Werke zahlen für die Kilowattstunde 45 Groschen, in Österreich kostet sie durchschnittlich 80 Groschen. Entlastung soll die überfällige Verordnung zur Verbrennung gefährlicher Abfälle bringen. Ein erster Entwurf sieht vor, daß die Zementerzeuger bis zu 40 Prozent ihres Energiebedarfes durch die Verbrennung gefährlicher Abfälle decken dürfen. Verheizt ein Zementerzeuger gefährliche Abfälle, darf er auch ungefährlichen Kunststoff-Müll mitverbrennen. Dieser ist bei Zementerzeugern besonders begehrt, weil sie durch die Plastik-Verbrennung Rohstoffe wie Steinkohle und Heizöl sparen. Sie können die Entsorgung billiger oder sogar zum Nulltarif anbieten. Das ärgert die Haus-Müllverbrenner, weil auch sie die gut brennbaren Plastik-Abfälle für eine vollständige Verbrennung brauchen. Sie fordern deshalb strengere Emissionsgrenzwerte für die Zementindustrie. >> Zuwenig Müllverbrenner << "Was wir an Plastik verbrennen, brauchen wir nicht an Steinkohle oder Heizöl zukaufen", sagt etwa Wolfgang Gerger, technischer Direktor des Zementwerkes Gmunden. "Wir verbrennen seit 1997 im Versuchsbetrieb 500 Tonnen Plastik pro Jahr. Ziel sind 100.000 Tonnen pro Jahr." Wie der Chef des österreichischen Zementriesen Lafarge Perlmooser, Martin Kriegner, mitteilt, gäbe es in Österreich ohnehin zuwenig Müllverbrenner. "Man hat sich zu lange auf die Deponierung konzentriert und die Verbrennungstechnik vernachlässigt." Schätzungen zufolge fallen in Österreich jährlich rund 500.000 Tonnen Plastik-Müll an, die derzeit zum Großteil deponiert werden. >> Preisunterschiede << "Bei den Kosten für die Zementerzeugung gehen 15 bis 20 Prozent in die Brennenergie", sagt Kriegner. Als Brennstoff werden hauptsächlich Steinkohle und Heizöl verwendet. Kriegner: "Wir können Altstoffe derzeit nur in geringen Mengen mitverbrennen, weil sie schwer zu bekommen sind." Hans-Jörg Glinz, Geschäftsführer von den Wietersdorf & Peggau Zementwerken, rechnet den Preisunterschied für die Beheizung von Zementöfen vor: "Steinkohle kostet 800 bis 900 Schilling pro Tonne. Verbrennen wir im Zementwerk Peggau Altöle und Lösungsmittel, zahlen wir nur 600 bis 700 Schilling für die Tonne. 1989 haben wir Alt-Lösungsmittel noch zum Nulltarif bekommen. In Wietersdorf decken wir 20 Prozent der nötigen Brennenergie mit Plastik ab. Mit dem Erlös aus der Verbrennung decken wir die Betriebskosten." Bildtext: Kriegner: "Wir wollen mit der Altstoff-Verbrennung Energie sparen." Kunststoff-Müll ist begehrt wie nie zuvor. Hoher Brennwert und rückstandlose Verbrennung macht ihn auch für die Zementindustrie interessant |
Alle NachrichtenAktualisieren
NEWSTICKERwirtschaftsblatt.at: Meistgelesen
bwin-Aktie setzt Kursfeuerwerk fort - Aktientausch-Verhältnis steht festDer Handel der bwin-Aktie an der Wiener Börse wurde um 13.45 Uhr wieder aufgenommen,...
UmfrageWieviel werden Sie heuer für Ihre Urlaubsgestaltung im Vergleich zu 2009 ausgeben? |
Kommentare… Kommentar hinzufügen…