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Dialog-backdrop Deutsche Werften: Mehr Aufträgedpa Eine OECD-Vereinbarung zur Eindämmung der Subventionen, der wachsende Welthandel und steigender Bedarf sollen die deutschen Werften flott machen. Hamburg. Wenn Heinz Ache, der Verbandsvorsitzende der deutschen Schiffbauindustrie, einen Blick in die Zukunft wirft, dann gerät er ins Schwärmen: "Vor uns liegt eine völlig neue Zeit; die Ära des Protektionismus ist vorbei", sagte er am Donnerstag abend in Hamburg. Und: "Wir stehen im Zenit eines Schiffbau-Booms und gehen mit Selbstbewußtsein in diese neue Zeit." Das sind neue Töne von einer Industriesparte, die lange Zeit nur als Krisenbranche und Kostgänger des Staates von sich reden machte. Ganz ohne Subventionen ist die Zukunft der Branche auch künftig nicht denkbar, aber einige Rahmenbedingungen haben sich zugunsten der Schiffbauer geändert. >> Weltweiter Subventionsstop << Zum einen gibt es eine Vereinbarung zwischen den Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD), nach der die weltweite Subventionspraxis der Schiffbaunationen beendet werden soll. Diese Vereinbarung ist noch mit einigen Fehlern und Unwägbarkeiten behaftet, aber die deutschen Werften hoffen, ihre Wettbewerbsstärken in einem Weltmarkt ohne Verzerrungen künftig besser ausspielen zu können. Bei einfachen Schiffen, etwa Tankern, Massengutfrachtern oder Containerschiffen ohne besondere Extras, werden die deutschen Werften auch dann nicht gegen Korea und Polen bestehen, wenn dort keine Subventionen mehr gezahlt werden. Bei Passagier- oder Spezialschiffen sieht es dagegen anders aus: Hier sind die deutschen Schiffbauer technisch weit vorn und können ihre hohen Preise tatsächlich erzielen. >> Auftragsboom steht bevor << Zum anderen zeichnet sich der seit Jahren erwartete Auftragsboom für Schiffe nun ab. Der Welthandel wächst, die Flotten sind überaltert , und die Reedereien brauchen neue Schiffe. Weltweit wurden im vergangenen Jahr Schiffe mit einer Tonnage von 17 bis 18 Millionen CGT (calibrated gross tons = nach Arbeitsaufwand gewichtete Bruttotonnen) bestellt. Der weltweite Auftragsbestand erhöhte sich dadurch auf 32 bis 33 Mill. CGT, das ist der höchste Bestand seit mehr als 20 Jahren. Die deutschen Werften konnten 1995 ihre Position in der Welt behaupten und nahmen feste Aufträge von sechs bis sieben Mrd. DM herein - deutlich mehr als im Vorjahr (5,4 Mrd.). "Wir haben unseren Marktanteil gehalten; das ist eine ausgesprochen gute Botschaft", sagte Ache. Auf den dritten Rang der Schiffbaunationen hinter Japan und Korea konnte sich allerdings Polen vorschieben, sodaß die Deutschen mit einem Weltmarktanteil von gut sechs Prozent nur noch die viertgrößten Schiffbauer sind. >> Wettbewerb ist schärfer << Auch nach Ansicht des Verbandes manövrieren die Werften noch in gefährlicher See. "Der internationale Wettbewerb ist angesichts großer Überkapazitäten, anhaltenden Preisdrucks und des bevorstehenden Wegfalls der Subventionen sehr viel schärfer geworden", sagte Ache. Deshalb arbeite die Branche weiter an den Kosten - die Produktivität soll um 30 Prozent gesteigert werden. Zur Entlastung des angespannten Arbeitsmarktes werden die Werften auch in Zukunft nichts beitragen. 1995 lieferten die Schiffbaubetriebe 95 Seeschiffe im Wert von 5,3 Mrd DM ab, gegenüber 97 Schiffen im Wert von 4,7 Mrd. DM im Jahr davor. Trotz des Wachstums gingen in der Branche Arbeitsplätze verloren, denn die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich gleichzeitig von 39.200 auf 36.700. Bildtext: Die deutschen Werften erhielten 1995 deutlich mehr Aufträge - trotzdem ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche weiterhin rückläufig |
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