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Übernahmefieber vorbei - frostige Zeiten in Österreich

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von Sissi Eigruber | 12.01.2009 | 03:32

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Übernahmefieber vorbei - frostige Zeiten in Österreich

Die Anzahl der Mergers & Acquisitions ist 2008 weltweit um ein Zehntel zurückgegangen. Österreich ist mit einem Rückgang von 22 Prozent besonders betroffen.

Zürich/Wien. Die Finanzkrise schlägt sich auf die Übernahmelust nieder. Mit der Anzahl ist 2008 auch das Volumen der Mergers & Acquisitions (M&A) deutlich gesunken -weltweit um 44 Prozent, in Österreich wurde gar ein Rückgang um 64 Prozent verzeichnet, geht aus der jüngsten Analyse des Institute of Mergers, Acquisitions and Alliances (imaa) hervor, die dem WirtschaftsBlatt exklusiv vorliegt. Insgesamt wurden voriges Jahr 302 Deals mit österreichischer Beteiligung mit einem Gesamtvolumen von elf Milliarden € erfasst.

Die Studie bezieht sich sowohl auf abgeschlossene als auch schwebende und angekündigte Deals. Die Daten des Jahres 2007 waren daher stark durch den angekündigten (dann aber nicht umgesetzten) Kauf des ungarischen Energiekonzerns MOL durch die OMV geprägt, welcher mit einem Volumen von 11,1 Milliarden € erfasst worden war.

Platz eins: Staatshilfe

Der größte Deal mit österreichischer Beteiligung des Jahres 2008 ist die Beteiligung des österreichischen Staates mit 2,7 Milliarden € Partizipationskapital an der Erste Bank. Auf Platz zwei liegt der Verkauf der Versicherungsaktivitäten der Erste Bank an die Vienna Insurance Group um 1,4 Milliarden €.

Auffällig ist, dass die M&AAktivitäten innerhalb Österreichs an Bedeutung gewonnen haben. So ist die Anzahl der nationalen Deals im Jahresvergleich um 30 Prozent und das Volumen sogar um 63 Prozent gestiegen. Der Einbruch hat also vorwiegend bei den Auslandsaktivitäten stattgefunden. "In Krisenzeiten wird eher im eigenen Land zugekauft", das Ausland gelte als risikoreicher und im Heimatland gebe es meist bessere Finanzierungsmöglichkeiten, sagt imaa-Präsident Christopher Kummer.

Osten überholt Westen

Im Ausland gibt es wiederum eine interessante Verschiebung: Da die Anzahl der Übernahmeaktivitäten in Zentral- und Osteuropa trotz Krise relativ hoch geblieben ist, wurden von Österreichern in dieser Region erstmals mehr Deals abgewickelt als in Westeuropa. Wertmäßig hat der Osten übrigens schon seit dem Jahr 2000 (Ausnahme 2003) die Nase vorne. Der starke Einbruch des Volumens von heimischen Deals in Osteuropa (minus 90 Prozent auf 1,6 Milliarden €) basiert auf einem Rekordwert im Jahr 2007. Damals schlugen sich zwei große Übernahmen der UniCredit-Tocher Bank Austria in Osteuropa zu Buche: Der Kauf der ukranischen Ukrsotsbank und der kasachischen ATF Bank um 1,5 bzw. 1,3 Milliarden €.

Charts: M&A Aktivitäten 2008: Weltweit; Europa; Österreich

Tabelle: Die größten Übernahmen 2008 mit österreichischer Beteiligung - Übernahmeziel, Land, Erwerber, Land; Wert (in Mio. €)

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