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Dialog-backdrop Demokratisierung des Handels birgt ChancenBis vor wenigen Jahren war die Ökonomie noch auf Hits ausgerichtet - die Zukunft aber gehört nun der Nische, sagt Autor Chris Anderson. Top-Beispiele sind Ebay, Google, iTunes und viele andere. Buch-TippThe long Tailvon Chris Anderson;
Bis vor wenigen Jahren war die Ökonomie noch auf Hits ausgerichtet - die Zukunft aber gehört nun der Nische, sagt Autor Chris Anderson. Top-Beispiele sind Ebay, Google, iTunes und viele andere. Früher war alles anders: Unsere Musik kauften wir im Platten laden, unser Geschmack wurde uns von Radio-Moderatoren vorgeschrieben, die Filme bekamen wir in der Videothek - und wenn wir mal ein Buch lesen wollten, das über den Mainstream-Geschmack hinaus ging, mussten wir lange auf eine Bestellung warten. Denn es galt die 80:20-Regel: 20 Prozent der Waren in einem Geschäft waren für 80 Prozent des Umsatzes verantwortlich - man konnte es den Händlern nicht übel nehmen, dass sie den teuren Ladenplatz dementsprechend für diese Hits reservierten, statt individuelle Geschmäcker zu bedienen. Mehr Nischen. Im Buch "The Long Tail" argumentiert Chris Anderson, Chefredakteur des Netzkultur-Magazins Wired, dass die Zeit der Hits nun vorbei sei; nun gehe es vermehrt um Nischenprodukte. Anderson bezeichnet diese Nischenprodukte als "Long Tail": Denn wenn man sich eine Grafik vorstellt, bei der die X-Achse den Verkaufsrang eines Produkts und die Y-Achse die Absatzmenge beschreiben, so findet sich am linken Ende der Grafik eine Erhebung, die stark abfällt: Die Hits. Die Kurve geht daraufhin mit absteigendem Verkaufsrang gegen null - dieser "Rattenschwanz" aus Nicht-Hits ist der Long Tail - und genau der gewinnt laut Anderson an Bedeutung. Denn Unternehmen im Web sind nicht mehr auf Hits angewiesen: Da sie keine oder wenig Lagerfläche zahlen, können sie auch Nischenprodukte anbieten; und skurrilerweise findet sich für wirklich jedes Produkt irgendwo auf der Welt ein Abnehmer - Geschmäcker sind nun mal verschieden. Getrieben wird diese Entwicklung laut Anderson erstens durch die Demokratisierung der Produktionsmittel: Für 1000 € kann heutzutage jeder daheim Musik produzieren. Zweitens wird durch Webshops der Absatz vereinfacht - für physische Produkte via Ebay, für Musik via iTunes, für Hobby-Autoren über Lulu. Drittens wird durch ein automatisiertes Empfehlungssystem zum Kauf weiterer Produkte angeregt: Wenn mir Amazon "ähnliche Produkte" empfiehlt, warum sollte ich ins Elektronik-Fachgeschäft gehen, wo der Verkäufer meine Lieblingsband nicht mal kennt? Anderson wiederholt sich in seinem Buch gerne, liefert aber insgesamt einen innovativen Ansatz, der Lust darauf macht, ein eigenes Web-Unternehmen zu starten, um Nischen zu erobern. Wie das geht, wird am Ende des Buchs sogar teilweise erklärt. mehr Archiv… |
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