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Wagenplatz sucht neues Grundstück

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von Beatrice Bösiger | 25.06.2009 | 20:29

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Wagenplatz sucht neues Grundstück

Ende August muss das alternative Wohnprojekt Wagenplatz Wien seinen Platz räumen. Der neue Standort in Wien Donaustadt läuft Gefahr, einem politischen Machtkampf zum Opfer zu fallen.

Sich die Natur zum Wohnzimmer machen - das wollen die Bewohner des alternativen Wohnprojekts Wagenplatz, auch wenn angesichts des derzeitigen Dauerregens davon nicht viel zu sehen ist. Seit etwas mehr als zwei Jahren besteht der Wagenplatz in Simmering am Wiener Stadtrand zwischen den Treibhäusern der hiesigen Gemüsegärtner. "Ende August läuft der Mietvertrag aus", sagen Lena und Martin, zwei von rund zwanzig Personen, die fix auf dem Wagenplatz wohnen.

Schwierige Suche. Dass der Wagenplatz aus Simmering weg muss, liegt an der Grundstückswidmung, wie die beiden Bewohner erzählen. Zählt das Gelände zu einer Landwirtschaftszone, so darf nur darauf wohnen, wer auch selbst gärtnert. Wünschenswert für den Wagenplatz wäre ein Baugrund, da laut Bauordnung bewohnte Fahrzeuge als Gebäude gelten. Seit etwa einem Jahr berät Jutta Kleedorfer, Projektkoordinatorin für Mehrfachnutzung bei der MA 18, die Wagenplatzleute bei der Suche nach einem neuen Grundstück. "Wir haben uns auf städtische Liegenschaften konzentriert", sagt Kleedorfer. Marktwirtschaftliche Interessen stehen dort weniger im Vordergrund als bei Privaten. Für den neuen Standort an der Primavesigasse im 22. Bezirk "wäre ein sozial verträglicher Mietvertrag angedacht gewesen", sagt Kleedorfer. Das wurde von Seiten der Bewohner auch so akzeptiert. Damit war allerdings Schluss, als die FPÖ Wind vom geplanten Standort bekam und nun Sturm gegen einen Wagenplatz in der Donaustadt läuft.

Nun sollen die Wagenplatzbewohner plötzlich 22.000 € Mietzins im Jahr allein für ein Grundstück zahlen, auf dem Wasser und Elektrizität fehlen - anstatt dass die positiven Seiten eines genutzen Grundstücks am Stadtrand gesehen werden. "Stadtplanerisch gibt es dort wenig Interesse", sagt Kleedorfer. Das Projekt wäre ihrer Meinung nach problemlos durchgegangen, wäre nicht derverfrühte Wiener Wahlkampf dazwischen gekommen. Den Bewohnern läuf nun die Zeit davon: Ende August müssen sie aus Simmering weg. In der Zwischenzeit wären sie für Hinweise auf ungenutztes Bauland als Alternative sehr dankbar.

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