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Stieger: "Eine Wirtschaft ohne Ältere ist eine kastrierte Wirtschaft"

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von Esther Mitterstieler | 03.08.2009 | 20:30

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Stieger: "Eine Wirtschaft ohne Ältere ist eine kastrierte Wirtschaft"

Leopold Stieger, 69, Personalentwickler in Pension, will sich noch lange nicht zum alten Eisen zählen lassen. Folgerichtig hat er vor drei Jahren die Initiative "seniors 4success" ins Leben gerufen. Diese soll Menschen vor und in der Pension neue Perspektiven eröffnen, auch und gerade Arbeitsperspektiven.

Derzeit liegt Österreich im EU-Vergleich ziemlich abgeschlagen auf Rang 17, wenn es um die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen geht (38,6 Prozent). Spitze ist das Land nur bei den Frühpensionierungen: Im Schnitt liegt das Pensions antrittsalter bei 58,1 Jahren. Zum Vergleich: das offizielle Pensionsantrittsalter liegt für Frauen bei 60, für Männer bei 65 Jahren. Stieger möchte das ändern und wünscht sich eine Kommission, die im Herbst den Zusatzverdienst von Pensionisten in Frage stellen soll. Derzeit darf ein ASVG-Pensionist, der vor dem Regelantrittsalter in Pension geht, nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze 357 € brutto pro Monat dazuverdienen. Das gilt für pensionierte Beamte nicht. Also will Stieger eine Gleichstellung aller Älteren.

Nun aber zur aktuellen Frage, die Stieger öfter hört: Warum sollten Ältere weiterarbeiten, wenn Junge ohnehin keine Arbeit bekommen? Der Initiator von "seniors4success" sagt: "Wirtschaft ohne Ältere ist eine kastrierte Wirtschaft. Eine Mischung zwischen Jung und Alt ist gut."

Zu einfache Schnitte

Unverständlich sei, dass gerade große Unternehmen einfach Schnitte setzen, etwa alle mit mehr als 59 Jahren abbauen. "Dabei haben Unternehmen viel zu wenig Messgrößen. Hier müsste differenziert werden", meint Stieger. Firmen sollten vielmehr auf jene Mitarbeiter verzichten, die ihre Leistung nicht erbringen und dabei nicht aufs Alter schauen.

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