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Dialog-backdrop Nach der Uni wird es richtig ernstArbeitsmarkt. Mit einem Titel alleine stehen längst nicht alle Türen offen: Unter den Uni-Absolventen wird der Kampf um freie Jobs härter, gefragt sind derzeit vor allem Finanzexperten. Sonst gilt als Faustregel:Je näher an der Praxis, desto besser. Raus aus der Bibliothek und mit dem Diplom in der Tasche endlich rein in den Arbeitsmarkt. Doch wie in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit einen Job finden, wenn es frisch von der Universität weg geht? Unternehmen wie Siemens und Voestalpine haben auf die wirtschaftliche Situation reagiert, rekrutiert wird daher heuer nur im Bedarfsfall. Der Kampf um die ausgeschriebenen Stellen ist auch unter den Absolventen härter geworden - das bemerkt man auch in der Personalbranche. "Es ist natürlich schon so, dass die wirtschaftliche Situation in erster Instanz auf Kosten der Jungen geht", sagt Maria Smid, Senior Consultant der Personalberatung Kienbaum. Vor allem, weil momentan auch wieder mehr Bewerber mit größerer Berufserfahrung auf Jobsuche sind. Eine allgemeine Aussage zu treffen sei jedoch schwierig, da die Anzahl der Jobangebote von Branche zu Branche variiert. Keine Schwarzmalerei. Im Career Center der Wiener Wirtschaftsuniversität hält man aber nichts von übertriebener Schwarzmalerei. "Natürlich ist die momentane Situation für Absolventen nicht gerade rosig", sagt Geschäftsführerin Ursula Axmann. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren am Arbeitsmarkt ein wahrer Boom herrschte, würden sich die Jobangebote heuer in etwa auf dem Niveau von 2004/2005 einpendeln. "Früher konnten sich die Absolventen den Job aussuchen, heute suchen sich die Unternehmen die Absolventen aus", sagt Co-Geschäftsführerin Heike Schreiner. Doch sie ist sicher:Wer genügend Engagement zeigt und mittels Praktika und Auslandsaufenthalten für einen abwechslungsreichen Lebenslauf sorgt, findet trotz geringerem Angebot auch 2009 einen Job. Zurückgefahren wurden vor allem die Trainee-Programme der Großkonzerne, wie die beiden Geschäftsführerinnen meinen. "Nur noch Banken leisten sich diese", sagt Axmann. Dass Trainees aufgenommen werden und erst einmal für die Dauer von zwei Jahren die verschiedenen Positionen des Unternehmens kennen lernen können - das gebe es heuer nicht. Unternehmen suchen Leute für fixe Positionen. Besonders gefragt sind Absolventen aus dem Finanzbereich. Rund 43 Prozent aller am WU ZBP Career Center ausgeschriebenen Stellen kommen aus den Bereichen Controlling, Revision, Treuhand oder Finanzierung; bei Marketing hingegen sind es nur 13 Prozent. Spannend gestaltete sich der heuer erfolgte Einstieg der ersten WU-Bachelor Absolventen in den Arbeitsmarkt. Obwohl einige Unternehmen bereits Interesse an einer Einstellung bekunden und Weiterbildungsprogramme für Bachelors ins Leben gerufen haben, sei es schwierig abzuschätzen, wieviele sich heuer tatsächlich um einen Job bewerben oder dann doch noch gleich ein Masterstudium anschließen - ein Trend, der sich durch den schwachen Jobmarkt noch verstärken könnte. Techniker gefragt. Ebenfalls relativ unbesorgt können Absolventen aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich in die Zukunft blicken. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung wurden die Beschäftigungschancen junger Absolventen untersucht. Der Grundtenor: "Gute, hoch ausgebildete Techniker haben immer eine Chance", sagt Studienleiterin Eva Leuprecht vom Institut abif, das die Studie durchführte. Rund 80 Prozent der 974 befragten Uni-Absolventen gaben an, keine Schwierigkeiten beim Übertritt vom Studium ins Berufsleben gehabt zu haben; ebenfalls 80 Prozent finden im gewünschten Berufsfeld ihren Job und bezeichnen sich als zufrieden mit ihrer beruflichen Situation. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren untersuchte das abif im Auftrag des AMSdie Berufschancen von Jungakademikern im sozialwissenschaftlichenBereich. Damals gaben nur 39 Prozent der Psychologen und 43 Prozent der Publizisten an, beim Berufseintritt auf keine Probleme gestossen zu sein. Ein Grund dafür liegt in der geringen Anzahl der offenen Stellen, aber auch in der mangelnden Ausrichtung der Studiengänge auf die von der Wirtschaft benötigten Jobprofile. Rund ein Viertel der befragten Absolventen, war in einem sogenannten "atypischen Beschäftigungsmodell" tätig, also nicht unbefristet angestellt oder selbstständig. Diese Beschäftigungsmodelle sind aber nicht mehr länger auf Sozial- und Geisteswissenschaftler beschränkt, wie Leuprecht meint. "Das geht aber nicht mit einer Prekarisierung der Lebensmustände einher." So arbeiten zum Beispiel 60 Prozent der Physiker und 56 Prozent der Chemiker in einem befristeten Arbeitsverhältnis, dies findet sich vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung. Alternative. Vergleicht man Uni-Absolventen mit FH-Absolventen, so zeigen sich beim Berufseinstieg wenig Unterschiede. "Bei den Karriechancen werden denUni-Absolventen die besseren Aussichten eingeräumt", sagt Leuprecht. DerGrund liegt in der manchmal zu spezialisierten Ausbildung der Fachhochschulen, durch größeres theoretisches Wissen seien Uni-Absolventen breiter einsetzbar. Das schlägt sich auch auf dem Gehaltszettel nieder. Laut der Kienbaum Führungskräftestudie 2009 erhalten Uni-Absolventen bei der Hälfte der befragten Unternehmen ein höheres Einstiegsgehalt. Und wenn dann der Job trotz guter Aussichten auf sich warten lässt? "Zusatzqualifikationen erwerben, sei es über ein Praktikum oder einen Auslandsaufenthalt", sagen die Expertinnen übereinstimmend. Grafik: Uni-Studienabschlüsse im Steigen mehr Archiv… |
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