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Dialog-backdrop My home is my office: Arbeiten in den eigenen vier WändenImmer mehr Menschen haben ihren Arbeitsplatz Wand an Wand mit Küche und Kinderzimmer - ein Selbst-Porträt. Zu Hause arbeiten ist ein Trend. "Allein in Deutschland gibt es mehr als fünf Millionen Männer und Frauen, die ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiten. Mindestens eine weitere Million Homeworker arbeiten in Österreich und der Schweiz", rechnen die Schweizer Autorinnen Birgit Golms und Gudrun Sonnenberg in ihrem Buch "Homeoffice" vor. Grafiker, Webdesigner, Vertreter, Buchhalter, Telearbeiter, Journalisten und viele Berufsgruppen mehr gehen zum Arbeiten nicht aus dem Haus, sondern nach nebenan. Ich übrigens auch. Früher, weil ich als freie Journalistin das Privileg der freien Zeiteinteilung genießen wollte. Heute aus demselben Grund - und einem besonderen mehr: Der heißt Felix und ist fünf Jahre alt. Mythos und Wahrheit "Zu Hause arbeiten, das klingt nach Hobby, das ist doch was für Leute, die nur nebenbei arbeiten", lautet das Vorurteil eingefleischter Büromenschen. Das ist blanker Unsinn. Erstens: Wer zu Hause arbeitet, spart Zeit. Kein Anfahrtsweg zur Arbeit, sondern die Abkürzung vom Badezimmer direkt ins Büro bringt einen Zeitgewinn von bis zu zwei Stunden täglich. Für Menschen mit Kindern, die um jede ruhige Arbeitsstunde ringen müssen, ein echter Gewinn. Und mal ehrlich: Wie viel Zeit vertrödeln Sie täglich mit Kollegen-Smalltalk? Na eben. Das kann uns Homeworkern nicht passieren. "Kein Chef, kein Meeting, keine Kollegen unterbrechen den Arbeitsfluss", jubeln Golms und Sonnenberg zu Recht. Ungestört und konzentriert verrichtet der Homeworker sein Tagwerk. Doch Vorsicht: Nicht jeder ist für die Heimarbeit geschaffen. "Wer alleine arbeitet, ist den kleinen und großen Durchhängern ungleich mehr ausgeliefert als Menschen, die von Kollegen mitgezogen werden und bei denen die soziale Kontrolle dafür sorgt, dass sie ihre Arbeitstiefs ignorieren", warnen die Homeoffice-Expertinnen. Menschen, die ihren inneren Schweinehund nicht dressiert haben, sind im Homeoffice schnell Hundefutter. Freiheit und Burn-out Selbst- und Zeitmanagement, eine gute Planung und vor allem die Fähigkeit zur Selbstmotivation sollten Heimarbeiter mitbringen. Und wer regelmäßiges Lob braucht, der muss sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Eine weitere These des vifen Buches: "Die Freiheit ist das herausragende Merkmal im Homeoffice." Stimmt - und auch wieder nicht. Natürlich kann man im Pyjama am Schreibtisch sitzen. Dass da die rechte Arbeitsstimmung aufkommt, würde ich aber bezweifeln. Man hat außerdem die Freiheit, mit der Arbeit anzufangen bzw. aufzuhören, wann man will. Diesbezüglich sind wir Homeworker unsere eigenen Chefs. Das kann aber auch zum Fluch werden, wenn man es nicht und nicht schafft, sich selbst in den Feierabend zu entlassen. "Menschen, die ihren Job lieben und leistungsorientiert sind, verlieren schnell das Gefühl für die Zeit. Gerade als Homeworker sind sie bei der Arbeit nicht zu bremsen", resümieren die Expertinnen. Oh ja, wir Selbstständige kennen das - man arbeitet selbst und ständig, bis zum Burn-out. Besonders ehrgeizige und perfektionistisch veranlagte Homeworker gehören zur Risikogruppe Nummer eins. Da ist es gut, wenn man einen Partner, Familie und Freunde hat, die einen im richtigen Moment bremsen. Apropos Familie: Eine der gängigsten Meinungen über Menschen, die zu Hause arbeiten, lautet: "Nirgends sonst lassen sich Beruf und Privatleben besser verbinden als im Homeoffice." Stimmt. Vor allem, wenn Kinder da sind, ist Heimarbeit ein Segen. Das gilt vor allem für Ferien- und Grippezeiten - aber auch für jene seltenen Vormittage, die die lieben Kleinen in Kindergarten und Schule verbringen. Nachmittags tun Homeworker mit Kids gut daran, sich keine dringenden Arbeiten oder gar wichtige Meetings vorzunehmen. Unterlagen lesen, Mails beantworten und kurze Telefonate führen kann man dank iPhone & Co auch auf dem Spielplatz. Wer, wie ich, zum Arbeitstyp des "Häppchen-Workers" zählt, wird kein Problem haben. Für den Nine-to-Five-Typ, der seine Arbeit am liebsten am Stück erledigt, ist das weniger geeignet. Haushalts-Falle Ein hohes Maß an Ablenkungsresistenz sollten alle Homeworker mitbringen. Denn nach dem Motto "Ewig lockt die Staubflocke" kann der Haushalt zu einer sprudelnden Quelle der Ablenkung werden. Und wenn die liebe Familie abends mäkelt? "Den ganzen Tag bis du daheim und es ist nicht aufgeräumt!" Kränken Sie sich nicht. Kündigen Sie stattdessen einen Familien-Putztag an. Sie werden sehen, wie schnell die Nörgelei aufhört. Auch als Heimarbeiter kann man es schließlich nicht allen recht machen. mehr Archiv… |
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