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Wieder Zores um den Mol-Ina-Deal

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von Tamara Depolo | 08.02.2010 | 20:35

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Wieder Zores um den Mol-Ina-Deal

Teilstaatliche Ölfirma Ina soll als Pfand für Buy-out-Deals bei einem anderen kroatischen börsenotierten Konzern gedient haben - an Aktiengesetz und Börse vorbei.

Zagreb/Budapest. Die Affäre rund um den Management-Buy-out-Versuch beim teilstaatlichen kroatischen Nahrungsmittelkonzern "Podravka" (für den Buy-out wurde konzerneigene Liquidität herangezogen) zieht weite Kreise - unter den "Leichen im Keller", die die kroatischen Ermittler offenbar dank der Hinweise aus Budapest entdeckt haben, ist auch ein Kreditvertrag der börsenotierten Podravka mit der ungarischen Bank OTP.

Der Kreditvertrag war nämlich offenbar mit der Aufstockung der Anteile des ungarischen Ölkonzerns Mol bei der kroatischen Ölfirma Ina junktimiert - angeblich auf Betreiben von Ex-Wirtschaftsminister Damir Polancec und dank der Tatsache, dass OTP Großaktionärin bei Mol ist. Polancec dementiert jegliche Verbindung mit der Causa. Der Ex-Minister gilt als Architekt des Buy-outs.

Mol unter 51 Prozent

Der Podravka-OTP-Vertrag regelt den Erhalt von 34 Millionen €. Das Geld hat Podravka gebraucht, um eine Nachschusspflicht bei Merrill Lynch erfüllen zu können, in Verbindung mit dem Buy-out. Für Podravka (Umsatz 250 Millionen €) waren 34 Millionen € kein Klacks, offenbar mussten hohe Kreditsicherheiten her: Laut OTP-Vertrag musste der Podravka-Kredit mit Ina-Aktien besichert werden, wie Ermittler bestätigen.

Dieses Pfand wirft Fragen auf, zumal Podravka laut Eigenaussage nie Ina-Aktien hatte. Die Antworten dürfte Ex-Minister Polancec wissen. Er hatte Anfang 2009 nämlich zwei Probleme zu lösen: Die neuen Machtverhältnisse bei Ina und den Margin Call. Mol hat 2008 nämlich bei Ina auf 48 Prozent aufgestockt, der Staat fiel auf 44,8 Prozent, es musste laut einer früheren Abmachung daher ein neuer Aktionärsvertrag her. Mol ist es in Verhandlungen mit Polancec im Jänner 2009 jedenfalls gelungen, die Entscheidungsmacht über Ina zu erlangen: Die Ungarn erhielten im Vorstand und im Aufsichtsrat das Sagen, obwohl sie unter 51 Prozent hielten. Gegenleistung soll der OTP-Kredit an Polancec' "Liebkind" Podravka gewesen sein.

Für Marijan Kostrencic, Anwalt und OMV-Vertreter in Kroatien, ist das Grund genug, eine Rückabwicklung des Verkaufs der staatlichen Ina-Aktien an Mol zu fordern: Mol habe gesetzeswidrig gehandelt, indem die Machtübernahme bei Ina mit Nebenabsprachen erkauft wurde, sagte er der Zeitung "Vecernji list". Auch hätte die Verpfändung der Ina-Aktien der Börse gemeldet werden müssen. 2008 war auch die OMV an Ina interessiert.

Kroatiens neuer Präsident Ivo Josipovic fordert die Aufklärung des OTP-Podravka-Deals. Laut Podravka-Aufsichtsratschef Ljubo Jurcic existieren zumindest fünf Verträge, die die Beziehung Podravka-Mol-OTP-Ina regeln.

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