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Dialog-backdrop Afrika - der "verlorene Kontinent" blüht aufAfrika hat sich den Ruf des "verlorenen Kontinents" eingehandelt. Auch wenn es nach wie vor unzählige Probleme gibt, zeichnet sich bereits ein Aufschwung ab. Rohstoffe - wenn Investoren an Afrika denken, kommen sie nahezu zwangsläufig auf die Rohstoffe zu sprechen. Schließlich befinden sich in Afrika nicht nur zehn Prozent der Ölreserven, sondern auch 90 Prozent der Weltvorräte an Platin, Kobalt und Chrom und 60 Prozent aller Diamanten. Allerdings waren - und sind auch heute noch - die Möglichkeiten für ausländische Anleger eher begrenzt. Die Aktienmärkte in der Elfenbeinküste, in Kenia, Malawi, Sambia, Nigeria oder Ghana zeichnen sich auch nicht gerade durch eine rege Handelstätigkeit aus. In Tansania gab es schon Handelswochen mit einem Volumen von gerade einmal 125 €. In Uganda sind nicht einmal zehn Unternehmen notiert. Die Börse ist daher auch nur zwei Mal die Woche kurz geöffnet. Nairobi ist mit mehr als 50 börsenotierten Unternehmen und einer Marktkapitalisierung von knapp 13 Milliarden $ schon der Riese unter den Zwergen. Was an den afrikanischen Börsen - Südafrika ausgenommen - in einem Jahr umgesetzt wird, entspricht etwa dem Volumen einer Handelsstunde an der Wall Street. Und es gibt eigene Gesetzmäßigkeiten, die zu beachten sind: In der Elfenbeinküste gab es bis vor Ausbruch des Bürgerkrieges zahlreiche Kleinanleger - und einen sehr volatilen Aktienmarkt. Jedesmal, wenn das Schulgeld für die Kinder fällig war, wechselten die Aktien die Besitzer. Und in Simbabwe stiegen Kurse innerhalb eines halben Jahres um sieben Millionen Prozent - was jedoch nur die Inflation widerspiegelte. Mittlerweile wurde die lokale Währung durch den Dollar ersetzt und die Harare Stock Exchange blüht wieder auf. Aufschwung Daher ist es kein Wunder, dass viele Anleger bisher auf ausländische Unternehmen setzten, die Rohstoffe ab- bauen: Im Kongo schürften etwa Katanga Mining, Lundin Mining, Tiger Resources und Central African Mining nach Gold, Kobalt, Kupfer und seltenen Mineralien. Ein stellvertretender Bergbauminister lancierte vor ein paar Jahren Meldungen, wonach Schürf-Rechte entzogen würden, was zu einem Kurssturz führte, ehe er diese Aussage widerrief. Ob und wie viele Aktien er in der Zwischenzeit zu einem Bettel erworben hat, ist nicht bekannt. Also alles in allem nicht gerade ideale Voraussetzungen. Armut, Krankheit, schlechte Infrastruktur sind weitere Gründe, von Afrika die Finger zu lassen. Es gibt allerdings auch eine Reihe von Argumenten, die für ein Engagement in Afrika sprechen, auch wenn man von einer anderen Sichtweise und einer anderen Basis ausgehen muss: Die Zahl der Bürgerkriege ist von rund 30 Anfang der 90er-Jahre auf mittlerweile rund zehn gesunken. Es bildet sich eine Mittelschicht aus, die nicht nur gelernt hat, Konflikte anders als früher auszutragen, sondern die auch höhere Ansprüche hat an Gesundheitswesen und Bildung. Die nächste Generation der Staatsoberhäupter wird diesen Ansprüchen bereits eher gerecht, als deren Vorgänger. Aber auch hier sind andere Maßstäbe zu setzen, als etwa in Westeuropa. Visionen In Ruanda versucht Präsident Paul Kagame, das Land vorwärts zu bringen. Ruanda muss mit verhältnismäßig wenig Rohstoffen auskommen, was sich aber nach Ansicht von Volkswirten als Segen herausstellen kann. Schließlich ist Kagame dadurch gezwungen, in die Ausbildung und in die Infrastruktur zu investieren, um seine Vision 2020 von der Wirtschaftsmetropole Kigali realisieren zu können. In den vergangenen Jahren wiesen die Sub-Sahara-Staaten ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von sechs Prozent auf. Selbst heuer sollen es zwischen vier und fünf Prozent sein. Und es sind längst nicht nur Rohstoffe, die das Wirtschaftsleben prägen, sondern auch Bauunternehmen wie Oracom Constructions, Mobilfunker wie MTN oder Energieunternehmen wie Sasol, die für eine bessere Infrastruktur sorgen. Auch wenn viele Aktien nur schwer von Europa aus geordert werden können, haben wir sie in unseren Aktiencheck einbezogen. Allerdings haben vor allem Titel aus Südafrika und Ägypten das Rennen gemacht, wo man durchaus Aktien erwerben kann. Allerdings haben wir hier die Regeln etwas verschärft und nur Aktien mit einem Empfehlungskonsens von mindestens vier unter die Lupe genommen. Den ersten Rang belegt Remco for Touristic Villages. Das ägyptische Unternehmen errichtet Hotels, Anlagen und Golf-Plätze. Zwar musste Remco zuletzt einen Umsatzrückgang ausweisen - dafür stieg das Ergebnis. Das erwartete Gewinnwachstum liegt bei 31 Prozent und das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 0,36. Auf dem zweiten Rang findet sich mit der südafrikanischen DTH Dynamic Technology Holding ein Software- und Komponenten-Anbieter, dem eine Gewinnsteigerung um 23 Prozent zugetraut wird. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9 ist das Unternehmen relativ günstig bewertet. Die Access Bank auf Platz drei ist eine Ausnahme: Sie hat ihren Sitz in Nigeria. Für Kleinanleger ist es nicht gerade einfach, sich dort mit Aktien einzudecken. Allerdings gibt es von der Access Bank auch ADRs, die etwa in den USA gehandelt werden. Beim Gewinnwachstum rechnen Analysten mit einer Steigerung um knapp 16 Prozent. Die Dividendenrendite wird auf 7,8 Prozent geschätzt. Auf dem vierten Platz findet sich mit der Paints & Chemical Industries wieder ein ägyptischer Konzern, der auf ein Gewinnplus von 22,17 Prozent kommen soll. Auch eine erhoffte Dividendenrendite von 11,5 Prozent ist ein Argument für das Unternehmen. Afrika-Investment mbH Eines muss jedoch klar sein: Wer in Afrika investiert, benötigt neben dem "goldenen Händchen" vor allem Geduld. Wer aber das Risiko minimieren will, kann auf Fonds oder Zertifikate zurückgreifen. So bietet etwa die Royal Bank of Scotland ein Zertifikat auf den S&P Africa 40 an (ISIN DE000AA0ZBW6). Dieser Index umfasst die 40 größten afrikanischen Unternehmen. Es gibt aber auch Afrika-Fonds, etwa den DWS Invest Africa (WKN DWS0QM). Tabelle: Afrikanische Aktien im Vergleich mehr Archiv…
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