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Dialog-backdrop Deutsche "Lotto-Affäre" führt nach TirolBei der mutmasslichen Mega-Abzockerei durch deutsche Lotto-Tippgemeinschaften, die unautorisierte Kontoabbuchungen bei rund 370.000 Kunden durchgeführt haben sollen, führt eine heisse Spur nach Tirol. Am 5. Jänner hat die Wiener Anwältin Bettina Knötzl (Kanzlei Wolf Theiss) im Auftrag der Münchner Zahlungssystemfirma Wire Card Technologies AG eine einstweilige Verfügung gegen die Tiroler Eurolotto Tippgemeinschaften GmbH beim Bezirksgericht Innsbruck beantragt. Streitwert: 2,153.846 Euro. "Es ist uns mit Hilfe von Detekteien gelungen, die unmittelbaren Nutzniesser dieser Gelder, die zu unrecht abgebucht wurden und aus Deutschland abgeflossen sind, zu verfolgen", bestätigt der Münchner Anwalt Jens Röhrborn gegenüber dem WirtschaftsBlatt. Der grösste Teil der Gelder soll laut Röhrborn bei Eurolotto, u. a. auf einem Konto bei der Raiffeisenbank Seefeld, gelandet sein. >> Detektive eingeschaltet << Der technische Finanzdienstleister Wire Card hat auftragsgemäss rund 370.000 Lastschriftabbuchungen in Höhe von je 39 Euro in Deutschland durchgeführt. Laut Röhrborn sollen zuvor abertausenden Deutschen so genannte "Travel-Cards", Service-Karten für Pauschalreisende, für ein Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt worden sein. Wurden diese danach nicht abbestellt, wurden 39 Euro vom Kundenkonto abgebucht. >> Keine Ermächtigungen << "Wire Card wurde mehrfach versichert, dass schriftliche Abbuchungsermächtigungen der Kunden vorliegen", sagt Röhrborn. "Das war nicht richtig." Der Anwalt erstattete daraufhin Strafanzeige gegen mehrere Personen und Firmen. Zugleich wurden beim Oberlandesgericht München zivilrechtliche Arrestbeschlüsse beantragt, um Gelder zu blockieren. Die Eurolotto Tippgemeinschaften GmbH mit Sitz in der Speckbacherstrasse in Innsbruck wurde im Juli 2005 gegründet. Geschäftsführerin ist Brigitte Prömer. Hauptgesellschafter sind mit je 46 Prozent die Schweizer Ocean Holding AG sowie der Münchner Wahl-Tiroler Christian Jäger. Zwei Prozent hält der bekannte Rennrodler Markus Prock. Er soll nur als Werbeträger fungieren. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst", sagt Prömer. Die Travel Card sei ein Jahr zur Einführung Probe gelaufen. Bestellte der Kunde die "Travel Card" nach dem Probelauf nicht ab, wurde sie ihm mit 39 Euro verrechnet. "Weil man damit meint, dass er einverstanden ist", sagt Prömer. "Es hat mit Betrug nichts zu tun." Laut Eurolotto-Chefin könnten die Kunden jederzeit aussteigen. Sie bekommen nach ihren Angaben eine Gutschrift oder einen Verrechnungsscheck. (km) |
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