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Gericht blockiert Konten in Tirol

11.01.2006 | 00:00 | Kid Möchel (Wirtschaftsblatt)

In der Affäre um die Tiroler Eurolotto Tippgemeinschaften GmbH, die angeblich 370.000 unautorisierte Abbuchungen von deutschen Konten veranlasst haben soll, rückte der Gerichtsvollzieher aus. "Am Montag ist eine einstweilige Verfügung erlassen worden. Sie wurde den Banken und dem Grundbuch, wo Sicherheitsmassnahmen zu setzen sind, zugestellt", bestätigt Richter Richard Obrist vom Bezirksgericht Innsbruck gegenüber dem WirtschaftsBlatt. Die Verfügung (Aktenzahl 30 C 11/06h) sei aber noch nicht rechtskräftig. Wie das WirtschaftsBlatt exklusiv berichtete, hat die Wiener Anwältin Bettina Knötzl im Auftrag des deutschen Finanzdienstleisters Wire Card AG die einstweilige Verfügung zur Blockierung der Eurolotto-Konten beantragt. Streitwert: 2,15 Millionen Euro. Zugleich richtet sich die Verfügung gegen den deutschen Eurolotto-Gesellschafter Christian Jäger. Auf Jägers Liegenschaft in Seefeld liess das Innsbrucker Gericht ein Belastungs- und Veräusserungsverbot eintragen. Von den Wire Card-Anwälten wird Jäger als eine Art Mastermind des Deals (siehe Kasten) gesehen. "Herr Jäger hat den Kontakt hergestellt und verhandelt", sagt Knötzl.

"Wir suchen eine gütliche Einigung mit Wire Card, zu der sollte es in den nächsten Tagen kommen", sagt Jägers Anwalt Martin Zanon. "Herr Jäger hat ein ganz legales Geschäft gemacht." Laut Zanon soll Eurolotto Gutscheine eingekauft und als Zuckerl den Travel Cards beigelegt haben. Diese wurden dann über Tippgemeinschaften in Deutschland verkauft. Dass wie vorgeworfen die Abbuchungsvollmachten der Kunden nicht vorliegen, bestreitet Zanon: "Was ich weiss, stimmt diese Behauptung nicht." (km)


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