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Dialog-backdrop Biomeiler als mittlere SchlüsseltechnologieWr Neustadt. Die mittleren Technologien sind die Schlüsseltechnologien der Energiewende. Sie ergänzen die Hochtechnologien und fügen sich in die regionalen Wirtschaftskreisläufe ein. Wenn ein Solarkocher als das Beispiel schlechthin für Niedrigtechnologien gilt, dann ist der Biomeiler das Paradebeispiel für die mittleren Technologien. Er gewinnt Energie aus der Verrottung des im Buschwerk der Wälder geernteten Gestrüpps. "Ich verwende die Grünschnittabfälle der Gemeinden, der ÖBB und der Autobahnmeistereien für meinen Biomeiler", sagt Betreiber Martin Mollay. Der mittelgroße Biomeiler in Hollenthon in der Buckligen Welt hat 50 Kubikmeter Rauminhalt. Er stellt Warmwasser und die Versorgung der Zentralheizung der rund 100 Quadratmeter großen Wohnfläche für einen ca. zehn bis 18 Monate dauernden Zeitabschnitt je Kreislauf sicher. Die Betriebsdauer hängt von der Größe und von der Errichtungsweise des Biomeilers ab. Die Technik besteht darin, aus der Vergärung der Baum-und der Strauchschnittabfälle die Energie zur Aufbereitung des Warmwassers auf bis zu 70 Grad Cel sius und zur Beheizung des Hauses zu gewinnen. Der stickstoffarme und mineralhältige Holzkompost fällt dabei als Nebenprodukt an. Er wird als Dünger und für die Bewässerung des Bodens beim Obst-und beim Gemüsebau vor Ort in den ökologischen Kreislauf rückgeführt. Der Biomeiler kann außerdem zur Gewinnung des Methangases genutzt werden. Zum Beispiel für den Betrieb eines Gasherdes, eines Motors oder einer Gastherme. Erfinder Jean Pain Der Franzose Jean Pain hat die Technik des Biomeilers in den 1970er-Jahren im Selbstunterricht entwickelt. Und zwar ursprünglich zur Rettung der von Waldbränden bedrohten Wälder entlang der Mittelmeerküsten. Das Ernten des Gestrüpps im Buschwerk soll die Wälder vor den Ausbrüchen der Brände nachhaltig bewahren. Es sind weltweit schon einige Biomeiler in Betrieb. "Ich sehe für den Biomeiler besonders in den Entwicklungsländern viel Potenzial", sagt Mollay. Biomeiler sind in Deutschland zum Beispiel schon trendig. In Österreich hingegen kaum. "Die heimischen Bauern haben bisher noch nicht Lunte gerochen", sagt der Niederösterreicher. Die Betriebskosten? Mollay investiert ca. 2500 €je Kreislauf in den Erwerb der Biomasse. Der Einzelunternehmer bezeichnet die Errichtung und den Betrieb seines Biomeilers als Lernen durch Handeln. "Die sanfte Art der Energiegewinnung fasziniert mich an dieser Technologie am meisten." Im Unterschied zu den hochtechnologischen Biogasanlagen verursachen die Biomeiler keine Maismonokultur im Ackerbau. Biogasanlagen erreichen zudem nur dann ihren höchsten Wirkungsund Versorgungsgrad, wenn sie sowohl zur Strom-als auch zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Mollay ist seit 2000 Einzelunternehmer mit je einem Standort in Wiener Neustadt und in Hollenthon. Er hat fünf bis zehn freie Mitarbeiter im Pool und ist in den Bereichen Web-Programmierung, Coa ching, Sport-und Überlebenstrainings, Biomeiler und Baumpflege tätig. "Das Unternehmen läuft wirtschaftlich", sagt er. mehr Archiv… |
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