
|
Dialog-backdrop Bilanz-Update bringt neue ÜberraschungenAuf die Ersteller von IFRS-Abschlüssen kommen laut International Accounting Standards Board (IASB) zahlreiche Änderungen zu, die Österreich von der EU übernehmen wird müssen. Die für den Bilanzleser nicht erkennbare Auslagerung von Vermögenswerten und Schulden in die "Special Purpose Entities" (SPEs) ist dem IASB seit Langem ein Dorn im Auge. Ab 2013 sollen die Regelungen durch einheitliche Abgrenzung der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen und eine verstärkte wirtschaftliche Betrachtungsweise verschärft werden. Dabei kommt es weniger auf formale Gesichtspunkte, sondern auf die Ausübung von Entscheidungsgewalt ("Power-Kriterium") an. "Power" über ein anderes Unternehmen ist gegeben, wenn die für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens wichtigen Entschei dungen (Strategie, Management, Budget) aufgrund von Stimmrechten, potenziellen Stimmrechten (z. B. Optionen oder Wandelschuldverschreibungen) oder anderen vertraglichen Vereinbarungen durchgesetzt werden können. Damit müssen auch finanzielle Vorteile ("Returns") in Form von Dividenden (positiv) oder Kredit-/Liquiditätszusagen (negativ) bzw. andere Benefits (wie Steuervorteile oder Ansprüche im Liquidationsfall) verbunden sein. Quotenkonsolidierung. Eine weitere Änderung ist die Abschaffung der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen ("Joint Ventures"). Ab 2013 ist damit nur mehr die Equity-Bilanzierung möglich. Bisher aufgrund der Quotenkonsolidierung anteilsmäßig mit Vermögenswerten, Schulden und Ergebnissen in den Konzernabschluss einbezogene Joint Ventures werden nur mehr in einem Posten in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechung abgebildet. Neben dem positiven Effekt einer Bilanzverkürzung ergibt sich daraus auch eine je nach Größe und Relation der Joint Ventures im Konzern mitunter empfindliche Reduktion der Umsatzerlöse. Bisher im operativen Bereich ausgewiesene Aufwendungen und Erträge wandern als Equity-Ergebnis in der Regel in das Finanzergebnis. Struktur und Darstellung des Ertragsbildes werden so meist erheblich verändert. Korridor-Methode. Weiteres Highlight der Neuerungen ist eine geplante Abschaffung der "Korridor-Methode". Ab 2013 sollen Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen einheitlich in voller Höhe dargestellt werden. Positiver Nebeneffekt: Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste laufen nicht (mehr) durch die Gewinnund Verlustrechnung, sondern werden erfolgsneutral im Eigenkapital dargestellt. Die Ergebnisauswirkungen von Pensionsplänen werden damit planbarer. Ausnahmen. Derzeit wird im IASB über die Abschaffung der "Percentageof-Completion-Methode" (POC-Methode) diskutiert. Das Verbot der Teilgewinnrealisierung würde erhebliche Auswirkungen auf Bauunternehmen, Anlagenbauer und Projektgesellschaften haben. Umsatzerlöse und (Teil-)Gewinne dürften damit - wie nach den österreichischen Bilanzierungsgrundsätzen - erst wieder mit der Fertigstellung gezeigt werden. Leasingverträge. Ein weiterer Paukenschlag ist der neue Standard für Leasingverträge. Nach derzeitigem Entwurf müssten alle Mietund Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten als "Finance Lease" mit allen (abgezinsten) Zahlungen bis zum spätmöglichsten Ende der Laufzeit in der Bilanz erfasst werden. Dies hätte eine -im Hinblick auf Basel III ohne weitere Gegenmaßnahmen-fatale Verlängerung der Bilanz und Verschlechterung der Eigenkapitalquote zur Folge. Nicht nur wegen der Mehrkosten drohen daher weitere Belastungen. Peter Bartos Der Autor ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Er ist Partner bei BDO Austria in Wien. Klemens Eiter Der Autor ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei BDO Austria in Wien. mehr Archiv…
|
Alle NachrichtenAktualisieren
NEWSTICKERwirtschaftsblatt.at: Meistgelesen
Andritz +4,3, Immofinanz -3,9, Agrana auf Rekordhoch...Der Absturz an den europäischen Börsen hat ein Ende. Mittwoch Nachmittag dreht fast... |
Kommentare… Kommentar hinzufügen…