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Dialog-backdrop Digitales Harvard in Schweden"Wir sind das digitale Harvard", sagt Johanna Frelin, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Die Schwedin ist CEO von Hyper Island, einer Hochschule für Neue Medien mit Hauptsitz in Stockholm, die zu einer der renommiertesten Institutionen der Welt im Bereich digitale Medien zählt. Gegründet wurde Hyper Island von Jonathan Briggs, David Erixon und Lars Lundh 1995 im schwedischen Karlskrona. Hyper Island sollte mit traditionellen Lehrmethoden aufräumen und die Kluft zwischen der schnell wachsenden Medienindustrie und den Absolventen verringern. 16 Jahre später bietet die Hochschule sechs Studienfächer, von digitalen Medien bis hin zu mobilen Applikationen, an und hat Standorte in New York, London und Manchester. Keine Tests und Bücher Die schwedische Vorzeigehochschule will sich möglichst weit von Universität, FH und anderen Ausbildungsstätten abgrenzen. CEO Frelin sieht Hyper Island daher nicht nur als "berufsbildende Schule, sondern auch als eigene Art des Denkens und Arbeitens". Es gibt keine Tests, Aufgaben und Bücher, sondern stattdessen Projektarbeiten, die in der Gruppe verwirklicht werden. Die Aufnahmekriterien sind hart, nur einer von fünf Bewerbern wird in der Regel aufgenommen. Auch räumliche Abgrenzung ist ein Fremdwort, denn alle, auch der CEO, arbeiten in offenen Großraumbüros. Der Lehrplan besteht darin, dass Studenten Aufträge aus der Werbebranche, von E-Commerce-Unternehmen und Marketingagenturen bekommen und diese binnen vier Wochen erfüllen sollen. "Wie sie das machen, bleibt ihnen überlassen. Wir helfen ihnen nicht, vielmehr sollen sie als Gruppe unterschiedliche und vor allem kreative Lösungen ausarbeiten", sagt Frelin. Das Ziel dieser Art des Studierens sei es, die Studenten auf das Arbeitsleben bestmöglich vorzubereiten und ihnen früh Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern (etwa LBi, Greenpeace und Virgin Atlantic) zu verschaffen, erklärt Frelin. Hyper Island setzt auf Eigeninitiative, Teamfähigkeit und Eigenverantwortung seiner Studenten. Trey, Digital-Media-Student aus Singapur, begrüßt diese Methodik, denn "das ist besser, als dauernd mit Information vollgestopft zu werden. Man lernt durch Projektarbeiten viel mehr, vor allem, da die Industrie dir stets Feedback gibt". Außerdem sei ein gutes Projekt oft der Weg zu einem Praktikum und in der Folge auch zu einer Festanstellung, sagt Trey, der sich dasselbe von seinem Praktikum bei einer Werbeagentur in New York erhofft. "Bei uns bekommen 98 Prozent unserer Absolventen nach Studienende einen Job in ihrem Feld. Das zeichnet uns gegenüber anderen aus", sagt CEO Frelin, die das Erfolgsmodell Hyper Island auch auf andere Märkte ausdehnen will. "Indien als IT-Vorreiter und China wären meine Wunschziele", sagt Frelin. mehr Archiv…
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