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Dialog-backdrop Stahl bleibt das Rückgrat des AutosBei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verändert sich der Materialmix nur langsam. Anders bei Elektroautos: Karbon, Seltene Erden oder Kupfer werden stärker eingesetzt. Der Automarkt bleibt in Bewegung, auch was die Rohstoffnutzung betrifft. Der Materialmix eines Mittelklassewagens ändert sich kontinuierlich: Der Stahlanteil (derzeit 59 Prozent des Gewichts) hat zugunsten von Kunststoffen (18 Prozent) und Leichtmetallen wie Aluminium (15 Prozent) abgenommen. "Stahl wird der dominierende Faktor bleiben", sagt Michael Strohmer vom Beratungsunternehmen A. T. Kearney. Nach internen Berechnungen erwartet er jedoch bis 2020 nur noch einen Anteil von 51 Prozent, wobei der Einsatz von Kunststoffen und Leichtmetallen weiter zunehmen soll. Einem großflächigen Einsatz von Karbon als Stahlersatz erteilt er eine Absage: "Bei klassischen Autos wird Karbon eine Randerscheinung bleiben." Hinsichtlich des Gewichtsvorteils des teureren Karbons meint Strohmer: "Stahl entwickelt sich weiter -er wird immer leichter, und die Produkteigenschaften verbessern sich. Dadurch werden Fahrzeuge ebenfalls leichter." Bei Elektroautos hingegen hat Karbon bessere Karten, schließlich erhöht weniger Gewicht die Reichweite des Fahrzeugs. Elektroauto aus Karbon "Karbon ist für die Zukunft ein sehr interessanter Werkstoff", meint BMW-Sprecher Friedbert Holz. Bereits im kommenden Jahr will der Konzern das Elektroauto i3 auf den Markt bringen, bei dem eine reine Karbon-Fahrgastzelle auf ein Alu-Chassis aufgesetzt wird. "In einem intelligenten Materialmix liegt die Zukunft", sagt Timo Fritsch vom deutschen Karbonerzeuger SGL Carbon. "Karbon wird sich als Werkstoff durchsetzen, aber weder Stahl noch Aluminium ablösen." Seiner Ansicht nach soll jeder Werkstoff dort eingesetzt werden, wo es am sinnvollsten ist. Die hohen Kosten von Karbon erklären sich weniger durch den Materialpreis, den Fritsch mit 15 bis 30 €je Kilo Karbonfaser beziffert, sondern durch die aufwendige Herstellung fertiger Teile. Neben Karbon sieht Christian Bauer von der TU Wien durch die Elektromobilität auch stärkeren Verbrauch von Kupfer, dessen Einsatz sich gegenüber Verbrennungsmotoren vervierfachen soll, oder Kobalt. Gleiches gilt für Seltene Erden, die derzeit hauptsächlich in China abgebaut werden. Hinsichtlich deren Preis und Verfügbarkeit gibt A. T. Kearney-Experte Strohmer wegen zahlreicher Förderprojekte in anderen Ländern Entwarnung: "Die Situation sollte sich ab 2013 entspannen." "Welche exakte Materialzusammensetzung ein Elektroauto im Jahr 2020 haben wird, ist derzeit weitgehend Spekulation. Es sind aber interessante Forschungsprojekte genau dazu geplant", sagt Kerp-CEO Thomas Leitner. Sein Unternehmen erzeugt Software, die Autoherstellern auf Knopfdruck die genaue Materialzusammensetzung eines Fahrzeugs aufschlüsselt. Grafik: DURCHSCHNITTLICHE MATERIALZUSAMMENSETZUNG AKTUELLER MITTELKLASSEFAHRZEUGE Charts: WARMGEWALZTER STAHL ALUMINIUM mehr Archiv… |
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