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Dialog-backdrop Behinderte Menschen sind als Dienstnehmer weiter unbeliebtAm Arbeitsmarkt gibt es viele schwarze Schafe. Nur wenige Arbeitgeber wie Bund und Baumax nehmen mehr Menschen mit Behinderung auf als sie müssten. Wien. Maximal 336 € pro Person und Monat kostet es ein österreichisches Unternehmen, das Behinderteneinstellungs gesetz nicht einzuhalten -ein Betrag, den die meisten Betriebe aus der Portokassa berappen. Kein Wunder, dass viele der großen Konzerne wenig Bereitschaft zur Einstellung behinderter Menschen zeigen. Die AUA etwa will keine Zahlen nennen, die gesetzlich vorgesehene Quote werde jedoch nicht erfüllt. "In Sicherheitsbereichen oder als Piloten und Flugbegleiter können nur top-fitte Leute eingesetzt werden", heißt es. Behinderte Menschen arbeiten bei der Airline nur in Büros, der Technik, als Portiere oder am Check in-Schalter. Bei den Bundesbahnen sieht es ähnlich aus. "Die Ursache für die Nichterfüllung der Behindertenquote liegt zu einem großen Teil an den strengen Betriebstauglichkeitserfordernissen, etwa für den Triebfahrzeugführerdienst, Verschubdienst, Zugbegleiter und Fahrdienstleiter -also rund 50 Prozent der Belegschaft", sagt ÖBB-Sprecherin Sonja Horner. In Bereichen ohne diese "strengen Sicherheitsbestimmungen", wie im Büro, versuche man, die Quote zu erhöhen und "mittel-bis langfristig" zu erfüllen. Bei der Asfinag sieht es ähnlich aus: Von rund 2700 Beschäftigten sind 28 Menschen mit Behinderung. Sie arbeiten als Techniker, Projektleiter, Handwerker und im Büro. "Wir haben nach Stellenausschreibungen selten Bewerbungen von behinderten Menschen", sagt Asfinag-Sprecherin Klaudia Niedermühlbichler. Ganz anders sieht es im öffentlichen Dienst aus: "Wir übererfüllen die Quote", so die Sprecherin der Beamtenministerin, Andrea Brunner. Am Stichtag 1. Oktober 2010 gab es 4447 begünstigt Behinderte im Bundesdienst. Brunner: Der Bund sei seiner "Einstellungsverpflichtung gemäß Behinderteneinstellungsgesetz" 2007, 2008 und 2009 nachgekommen "und es ist zu erwarten, dass auch für 2010 dem Bund keine Ausgleichstaxe vorgeschrieben wird". Auch die Wiener Gebietskrankenkasse gilt als Vorreiter in der Beschäftigung behinderter Menschen, von 1577 Arbeitnehmern in der Zentrale am Wienerberg fallen gleich 78 in diese Gruppe. Die Baumarktkette Baumax kann ebenfalls punkten: 200 ihrer 4500 Mitarbeiter österreichweit zählen zur Gruppe behinderter Menschen. "Ihre Stärken liegen in der sozialen Kompetenz, sie kräftigen das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team", so Baumax-Sprecherin Monika Voglhuber. Das bleiben jedoch Einzelfälle, die Probleme für behinderte Menschen am heimischen Arbeitsmarkt sind noch immer vielfältig. So geht aus einer Studie der Universität Wien hervor, dass immer mehr Menschen mit intellektueller Behinderung oft schon nach Ende der Schulpflicht am Ersatzarbeitsmarkt statt in der realen Wirtschaft landen. 2008 haben 19.000 Personen einen Platz in einer Werkstätte der 142 Trägerorganisationen in Anspruch genommen, das bedeutet einen Anstieg von fast 30 Prozent seit 2002. Abgesicherte Existenz Behindertenanwalt Erwin Buchinger fordert daher ein "Recht auf Arbeit", dies soll über sozialrechtlich abgesicherte Beschäftigungen sowie ein verstärktes Angebot an Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten für Jugendliche geschehen. "Endergebnis soll eine schrittweise, jedoch im Endergebnis vollständige Einbindung von behinderten Menschen in geschützten Werkstätten in die Unfall-,Kranken- und Pensionsversicherung sein", so Buchinger. mehr Archiv…
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