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Brasilien, Land der Zukunft

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von Esther Mitterstieler | 17.02.2012 | 12:10

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Brasilien, Land der Zukunft

Schwellenland. Das Land am Zuckerhut ist die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt und birgt trotz schwächelnder Wirtschaftsleistung immense Investitionschancen. Mit Österreich verbinden die Brasilianer historische Bande, die ökonomisch verstärkt werden könnten.

WB/Mitterstieler

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Zahlen und Fakten

Am Anfang stand Lepoldine, von den Brasilianern liebevoll Leopoldina genannt, Erzherzogin von Österreich und Kaiserin von Brasilien, die 1826 in Rio de Janeiro verstarb. Die Freude der Brasilianer im Februar 2012, wenn man sie auf Leopoldina anspricht, kommt nicht zuletzt aus ihrer historischen Großtat: Unter ihrem Zutun fiel 1822 die Entscheidung für die Unabhängigkeit Brasiliens vom portugiesischen Hof. Brasilien wurde zum Kaiserreich erklärt und die Habsburgerin Leopoldina die erste Kaiserin. Das ist schon mal ein großer Pluspunkt für österreichische Unternehmen, die heute in Brasilien Geschäfte machen wollen. Ein Hinweis auf die Kaiserin kann wahrlich Türen öffnen.

Später kam ein weiterer großer Österreicher an den Fuß des Zuckerhutes: Stefan Zweig war Ende der 1930er-Jahre der meistgelesene europäische Autor in Südamerika. Zum Exil gezwungen, ließ er sich letztlich in Petropolis nieder. Er verfasste seine eigene Liebeserklärung an das Land: "Brasilien-das Land der Zukunft". Die Zukunft hat in dem Land, das fast die Hälfte Südamerikas einnimmt, bereits begonnen. Längst führt es die wachstumsstarken BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, China, Indien) an. Gemeinsam ist den Kolossen ihr schier unersättliches Wachstum in den vergangenen Jahren. Gleichwohl hat sich Brasilien 2011 dem weltweiten Abflauen der Konjunktur nicht entziehen können und wird für das Gesamtjahr lediglich um drei Prozentpunkte wachsen-im Jahr zuvor waren es noch 7,5 Prozent. Das verleitete die Regierung von Dilma Rousseff dazu, immer mehr dem Druck der Unternehmen nachzugeben und höhere Importbarrieren einzuführen. Grund dafür ist die Angst vor zu billigen chinesischen Maschinen, Anlagen oder Autos. Langfristig warnen Experten vor einer Abschottung, genauso wie vor einer Abwertung des Real.

Boom beim Außenhandel. Trotz allem: Der Außenhandel boomte auch im Vorjahr. Brasilien erzielte einen Handelsbilanzüberschuss von 29,7 Milliarden US-$.Europa verliert freilich import-wie exportseitig Marktanteile, dafür wird China immer wichtiger: 2011 wurden Waren im Wert von 44,3 Milliarden US-$nach China ausgeführt. Das waren um 43,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das kleine Österreich hat Waren im Wert von 1,48 Milliarden USalso deutlich mehr als einer Milliarde €, nach Brasilien exportiert. Umgekehrt blieben die Importe bei der Hälfte des Exportwertes. Die großen Sportereignisse-die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016-lassen große Infrastrukturprojekte entstehen: Eisenbahnlinien, Häfen, Flughäfen, Kraftwerke und Hotels.

Österreicher in Brasilien. Davon können auch heimische Unternehmen profitieren. Derzeit gibt es 200 österreichische Tochterfirmen in Brasilien, Österreich ist das Land in Europa mit den höchsten Auslandsinvestitionen in Brasilien. Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den beiden Ländern lässt die Geschäfte blühen. Unter den "Brasilianern" in Österreich sind etwa Betriebe wie der oberösterreichische Flugzeugkomponentenhersteller FACC und der Grazer Spezialist für Antriebssysteme AVL List. Sie sind mit Embraer, dem drittgrößten Flugzeugbauer der Welt nach Airbus und Boeing, geschäftlich verbunden. Wie berichtet hat Fly Niki sieben Verkehrsflugzeuge von Embraer (ERJ-190) gekauft. Die oberösterreichische Firma Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft m. b. H hat beim Pipelinebauer Conduto aufgestockt - vielleicht ein Anstoß für weitere Investitionen von Österreichern im Land des Samba.

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