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Das Comeback der Millionäre

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von Martin Fellhuber | 24.11.2010 | 15:59

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Das Comeback der Millionäre

Die Vermögen der Wohlhabenden sind schon wieder im Steigen begriffen - allerdings gab es regionale Verschiebungen Richtung Emerging Markets.

bloomberg

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Die 20 reichsten Personen der Welt

Aufatmen ist angesagt. Nicht nur für die Reichsten, auch für die sogenannten High Net Worth Individuals (HNWI) - also Personen mit einem Nettovermögen von mindestens einer Million US-$  - geht es nach der Krise wieder aufwärts. Ihr Gesamtvermögen stieg im Vorjahr um 18,9 Prozent auf 39 Billionen $. Damit sind wir schon nahe beim Wert von 2007, wo sich die Vermögen der Dollar-Millionäre auf 40,7 Billionen summiert haben.

Allerdings hat sich das Gefüge der Reichen etwas geändert: Der Raum Asien - Pazifik hat mit einem HNWI-Vermögen von 9,7 Billionen $ Europa (9,6 Billionen $) bereits überholt. Was hier vor allem auffällt: Die Asien-Pazifik-Region hat sich nach der Krise viel rascher erholt als Europa. Während dort die Vermögen um 30,9 Prozent auf Jahresbasis zulegten, waren es in Europa vergleichsweise bescheidene 14,2 Prozent. Aber auch in Nordamerika sind die Vermögen mit einem Plus von 17,8 Prozent wieder stärker gewachsen als in Europa.

Hohe Zuwächse. Wobei diese Wachstumsraten eher armselig aussehen, im Vergleich mit der Vermögensentwicklung bei den reichsten Personen weltweit. Carlos Slim Helu, Bill Gates, Warren Buffett, Mukesh Ambani und Lakshmi Mittal - laut Forbes die fünf reichsten Personen - kamen im Vorjahr gemeinsam auf ein geschätztes Vermögen von 211 Milliarden $. Und das sind immerhin um gut 40 Prozent mehr, als eben diese Personen vor einem Jahr noch hatten. Der mexikanische Telekom-Milliardär Slim Helu vergrößerte sein Vermögen gleich um knapp 53 Prozent. Wobei hier angemerkt werden muss, dass es noch immer 6,5 Milliarden weniger sind als vor der Krise. Die beiden indischen Milliardäre Ambani und Mittal konnten ihre finanziellen Reserven um jeweils knapp 49 Prozent auffetten. Wobei auch sie noch einiges aufzuholen haben, wollen sie wieder das Vermögen vor der Krise aufweisen. Bill Gates wiederum schnitt mit einem Plus um 32 Prozent hier eher schwach ab - allerdings ist unklar, wie viel der Microsoft-Gründer in der Zwischenzeit wieder gespendet hat. Er zählt mit Warren Buffett zu den spendabelsten Milliardären, die es sich ja zum Ziel gesetzt haben, ihre Milliardärskollegen zu mehr Großzügigkeit zu verleiten und selber mit gutem Beispiel vorangehen.

Aber kehren wir wieder zu den Dollar-Nettomillionären zurück. Auch wenn nach wie vor mehr als die Hälfte der HNWI-Personen aus den USA, Japan und Deutschland kommen - die Entwicklung ist leicht rückläufig. Dafür steigt deren Zahl in China und Australien jeweils um mehr als 30 Prozent, wenn auch von einer geringeren Basis aus.

Weg vom Klischee. Generell sollten wir uns langsam von "klassischen" Vorstellungen eines "typischen" Millionärs lösen. Die Uni-Credit hat ihren Wealth Society Report vermögenden Menschen in Italien, Deutschland, Polen und Österreich gewidmet. In Österreich wurden dazu 35 Kunden von Bank Austria Private Banking und Schoellerbank in strukturierten Interviews befragt.

Das Ergebnis: Sie führen mehrheitlich einen bescheidenen Lebensstil, zeichnen sich durch einen zurückhaltenden Umgang mit Geld aus und haben eine ausgeprägte soziale Verantwortung. Die meisten der befragten Kunden von Bank Austria und Schoellerbank sind auch stolz darauf, Österreicher zu sein und proeuropäisch eingestellt. Reine Statussymbole sind überwiegend negativ besetzt.

Die meisten der befragten Millionäre vertreten die Ansicht, dass vermögende Schichten ihren Teil zur Bewältigung der Krise beitragen müssen - staatliche Einsparungen vorausgesetzt. Substanzbesteuerung hingegen, die ja einem weiteren Vermögensaufbau entgegenstehen würde, wird jedoch abgelehnt. Was für die entsprechende Beratung der vermögenden Klientel wichtig ist: Österreichs Millionäre setzen auf Eigenverantwortlichkeit und kennen sich bei Finanzgeschäften entsprechend gut aus. Eine Folge der Krise könnte eine weitere wesentliche Erkenntnis sein: Die Vermögenden setzen mehr auf Sicherheit als auf Rendite.

Die Typen der Milliardäre. Grundsätzlich gibt es laut der UniCredit-Studie zwei unterschiedliche Gruppen von Millionären in Österreich: Die traditionell-bodenständigen sowie die etabliert-dynamischen.

Die traditionell-bodenständigen Millionäre gliedert die Studie wieder auf: der konventionelle Millionär (der Macher), die lokalpatriotische Elite (der Patriot), der versteckte Millionär (der Sparsame) und der konservative Millionär (der humanistisch orientierte Großbürger).

Die etabliert-dynamischen Millionäre werden hingegen in statusorientierte Vermögende, neue Vermögende, hedonistisch/unkonventionelle Reiche und etablierte Millionäre unterteilt.

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