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Energieausweis lässt Holzbauer heißlaufen

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von Michael J. Mayr | 10.01.2012 | 00:36

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Energieausweis lässt Holzbauer heißlaufen

Österreichs Holzbauer laufen Sturm gegen den Energieausweis. Die dortige Dämm-Norm verbietet Holzhäuser praktisch. Das Norminstitut gesteht Fehler nun ein.

Salzburg. Holzhäuser gehören zum Bild der Alpen wie die Berggipfel. Sie gelten als naturnah, behaglich und auch als besonders ökologisch. Viele möchten sich ein Holzhaus bauen, dürfen das seit drei Jahren in Österreich aber praktisch nicht mehr. Grund ist die Richtlinie 6 der Österreichischen Baunorm (OIB). Sie schreibt für den Energieausweis, der auch ein Klimaschutzausweis sein soll, einen Wanddämmwert vor, den Blockhäuser mit den üblichen zwanzig bis 24 Zentimeter dicken Riegelmauern kaum erreichen. Die Holzwände müssten laut der Energierichtlinie 35 Zentimeter dick sein oder zusätzliche Dämmplatten aufweisen. Für die meisten Bauherren ist das zu teuer und unerwünscht. "In Deutschland oder in Skandinavien reichen 20 Zentimeter Holzriegelstärke vollauf. In Österreich dagegen ist es neuerdings ein Schwarzbau, für den es keinen Energieausweis und keine Förderung gibt", kritisiert die Chefin von Holzbau Maier in Bramberg und Sprecherin der Salzburger ARGE Blockholzbau, Birgit Maier. Wohnhäuser aus Holz, wie sie jahrhundertelang gang und gäbe waren, würden folglich nicht mehr gebaut, sagt Maier.

Salzburgs Blockhausbauer sind mit der Kritik nicht allein. Auch Firmen wie Binder Holz Bausysteme und der steirische Massivholzplattenhersteller KLH laufen gegen das Quasi-Holzhausverbot Sturm. Sie vermuten eine gezielte Förderung des gemauerten Hausbaus durch die OIB.

Studie widerlegt Norm

Nun bestätigt eine von Birgit Maier initiierte Studie den Widerspruch von Energieausweisnorm und Holzhauspraxis. Laut der 145.000 €teuren Arbeit des deutschen "Holzhauspapstes" Josef Egle verbrauchen ungedämmte Riegelbauten mit 20 cm Wandstärke pro Winter 40 Prozent weniger Heizenergie als gemauerte Häuser. "Die OIB-Richtlinie legt zu hohe Feuchtigkeitswerte zugrunde. Das entspricht in keiner Weise der Baupraxis. Jeder Bauherr ist mit dem Holzhaus zufrieden, aber Hauptsache, man verbietet 's in Österreich", schimpft Studienautor Egle. Statt einzelner Bauteile müsse man die Gesamthülle sowie die CO-Bilanz von Herstellung und Entsorgung betrachten. Da seien althergebrachte Holzhäuser absolut unschlagbar, sagt Egle.

Rainer Mikulitsch, Chef des Normungsinstituts OIB in Wien, kennt die Studie noch nicht, räumt aber im WirtschaftsBlatt-Gespräch ein, dass "die Richtlinien nicht immer passen". Er appelliert beim Holzbau an den politischen Willen. Mikulitsch: "Eine tolle Klimaschutzbilanz, gute Dämmwerte der Gesamthülle und vielleicht auch noch eine Pelletsheizung sind Argumente, die man gelten lassen sollte. Aber leider gibt es in den Baubehörden auch Sektierer", sagt der OIB-Chef.

Indes holen Baumeisterinnung und Zementindustrie zum Gegenschlag aus. Analog zur Holzbaustudie haben sie die Bauakademie Salzburg während dieses Winters mit einer Heizwertanalyse für Massivziegelbauten ohne Extradämmung betraut.

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