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Europas Banken: Das große Schrumpfen

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von Hans Weitmayr | 20.10.2011 | 00:32

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Europas Banken: Das große Schrumpfen

Die Banken versuchen, sich gesundzuschrumpfen - was sich als schwierig erweist. Am Ende muss wohl wieder der Staat einspringen.

DPA

Frankfurts Skyline: Ein Symbol für die Macht der europäischen Banken- eine neue Bescheidenheit zeichnet sich aber ab

ZAHL

775 Milliarden €
Der Schrumpfungsbedarf der europäischen Banken könnte sich im Verlauf der kommenden zwei Jahre auf rund 775 Milliarden € belaufen. Das geht zumindest aus den bislang vorliegenden Strategien der großen Finanzkonzerne hervor. Skeptiker fürchten höhere Ausmaße.

Frankfurt. Insgesamt 775 Milliarden €-soweit sollte der Schrumpfungsprozess des europäischen Bankensektors in den nächsten zwei Jahren gehen. Voraussetzung ist, dass die Institute ihre eigenen -von der Finanzagentur Bloomberg zusammengefassten -Pläne umsetzen. Dieses "Deleveraging" ist zum einen auf das Bestreben zurückzuführen, die Abhängigkeit von Kurzfristkrediten zu reduzieren. Ebenfalls ausschlaggebend sind die strikteren Kapitalvorschriften, die mit Basel III für den Sektor anstehen. Dass auf die Banken ein schwieriges Umfeld zukommt, hat man in Österreich bereits an den einschlägigen Meldungen zu Erste Group und Raiffeisen zu spüren bekommen -für manchen Marktbeobachter greifen die bislang angestrebten 775 Milliarden zu kurz: So sieht man bei Morgan Stanley einen Schrumpfungsbedarf von zwei Billionen €, ausgelöst durch restriktivere Kreditvergaben und das konzentrierte Abstoßen von Kredit-Posten und ganzen Geschäftsfeldern.

Keine Käufer

Das Problem laut Morgan Stanley: "Der Verkauf von Assets ist derzeit problematisch. Jede Bank verkauft, keine kauft -wie soll das funktionieren? (...) Insofern wird wenig anders übrig bleiben, als den Sektor zu rekapitalisieren." Gelingt das nicht über den Markt, müsste im Zweifelsfall der Staat einspringen. Auch das konnte man zuletzt wieder im Fall der belgischen Dexia beobachten.

Kein Wunder, dass Europa mit Hochdruck an einer Bankenhilfe arbeitet -diese muss als Vorbereitung umgesetzt sein, bevor man Griechenland in die Pleite schlittern lässt. Welche Summe man dafür in die Hand nimmt, ist umstritten. Wurde IWF-Chefin Christine Lagarde noch vor Kurzem verhöhnt, als sie in diesem Zusammenhang von 200 Milliarden € sprach, gilt diese Summe inzwischen eher als unterer Konsens. Erst gestern hat der europäische Think Tank Open Europe den Betrag von-bemerkenswert konkreten -372 Milliarden €in den Raum gestellt. Problematisch sei, dass laut Open Europe 65 europäische Banken bei einem ernst zu nehmenden Stress-Test durchfallen würden, weil deren Kernkapitalquoten unter acht Prozent liegen.

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