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Im Tennengau wird AlpHouse aufgebaut

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von Michael J. Mayr | 26.04.2010 | 20:29

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Im Tennengau wird AlpHouse aufgebaut

Die EU nimmt sich der Baukultur in den Alpen an. Hausbesitzer, Planer und Baufirmen sollen sie besser schützen und nützen lernen. Salzburgs Tennengau dient als Modellregion.

Puch. 30 Experten und Regierungsvertreter aus fünf Alpenländern bauen seit gestern in Salzburg an einem EU-Programm zur Althaussanierung. AlpHouse - so der Projekt name - will alte Häuser mit neuen Baumethoden retten, wo immer es geht. Hallein, Kuchl und der Tagungsort Puch dienen als Anschauungs beispiele. In Hallein wurde ein dem Verfall preisgegebenes Altstadthaus am Schöndorferplatz in ein Kolpinghaus verwandelt. Schloss Urstein in Puch ist Vorzeigebeispiel für ein modernes Seminarhaus in ehemals heruntergekommenen Mauern. Und in Kuchl wird die sanierte Volksschule aufs AlpHouse-Banner gehoben. "Indem die Schule im Zentrum gehalten wurde anstatt sie bequem auf der grünen Wiese neu zu bauen, ist auch das pulsierende Geschäftsleben im Ortskern erhalten geblieben", meint Ronald Setznagel, Leiter der Salzburger Bauakademie und AlpHouse-Koordinator.

Neben dem Tennengau, wo AlpHouse seit gestern formell aus der Taufe gehoben wird, hat Brüssel sieben weitere Modellregionen zwischen Grenoble, Turin und Wien ausgewählt. Aus Österreich ist noch der Bregenzerwald dabei. Dort haben es den Althaus-Rettern die Schindel fassaden angetan - als besonders ästhetische Möglichkeit der Wärmedämmung.

Chance für Handwerker

Das AlpHouse-Startkapital beträgt 2,8 Millionen €. 80 Prozent steuert die EU bei, den Rest Länder, Kammern und Arge Alp. Mit dem Geld soll in erster Linie altes Bauwissen dokumentiert und in flächendeckenden Seminaren an Architekten und Baufirmen weitergegeben werden. "Da geht's um Techniken wie den Lehmbau, Natursteinmauerwerke und Schindel decken. Das ist eine Riesenchance fürs ortsansässige Handwerk. Damit kann man sich gegen große Baufirmen profilieren", sagt Salzburgs Bauakademie-Chef Setznagel. Indem sich die Profis Altbausanierung mehr zutrauen und Ideen für Nachnutzungen alter Objekte entwickeln, seien auch die Hauseigentümer davon besser zu überzeugen.

Das Umsatz- und Job-Potenzial, das durch AlpHouse angeschoben werden soll, ist riesig. Erste Schätzungen gehen in Milliardenhöhe.

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