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Im Umweltbereich liegt in der Türkei noch vieles brach

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von Daniela Friedinger | 06.04.2011 | 00:39

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Im Umweltbereich liegt in der Türkei noch vieles brach

Der Umweltsektor wie auch der Bereich erneuerbare Energien sind in der Türkei noch schlecht ausgebaut. Dessen ist man sich bewusst: Rieseninvestitionen sind geplant.

Wien. Umweltminister Niki Berlakovich weilt seit gestern in Ankara, um Chancen für Österreicher im Bereich Umwelttechnologie aufzuspüren. Und derer gibt es tatsächlich viele: Sowohl in der klassischen Umwelttechnologie, also alles, was Kanalisation, Abfallentsorgung etc. betrifft, als auch in der erneuerbaren Energie hat die Türkei enormen Nachholbedarf -und dies auch bereits erkannt.

"Da einerseits die Strukturen im Umweltbereich noch schlecht ausgebaut sind, andererseits die Anpassung an EU-Richtlinien erfolgt, wird der Umwelttechnologiesektor in den kommenden Jahren enorme Wachstumszahlen aufweisen", sagt Konstantin Bekos, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Ankara, im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt.

Konkret sind für die Umsetzung der EU-Umweltrichtlinien in den nächsten Jahren Investitionen von 58 Milliarden € nötig: 34 Milliar den davon stehen im Bereich Trink- und Abwasser an, rund 15 Milliarden für die Luftreinhaltung, der Rest entfällt auf den Abfallbereich.

In den Energiemarkt wiederum, so verkündete Hasan Köktas von der türkischen Energiemarktregulierungsbehörde kürzlich, sollen heuer 3,5 Milliarden € fließen. Mehr als die Hälfte davon wird laut Köktas in erneuerbare Energien gehen -ein Bereich, in dem die Bedingungen für Investoren aus mehreren Gründen günstig sind.

Mit Sonne gesegnet

"Bei Sonnenenergie verfügt die Türkei über große, ungenützte Flächen und sehr gute Einstrahlungswerte. Im Schnitt kommt sie auf 7,2 Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag und 2640 Stunden im Jahr", illustriert es Bekos.

Dazu kommt, dass das türkische Parlament vor wenigen Wochen das Erneuerbare Energie-Gesetz beschlossen hat, das die Abnahmetarife für Strom aus Wasser- und Windkraft, Geothermie, Biomasse und Solarenergie regelt. Das Attraktive daran: Die Einspeistarife sind nicht mehr wie zuvor an die türkische Lira gebunden, sondern an den Dollar. Und dass der Energiebedarf rasch steigt, davon ist angesichts des starken Wirtschaftswachstums des Landesauszugehen: 2010 legte das BIP um 8,9 Prozent zu.

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