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Mitarbeiter kranken an Sinnverlust

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von Melanie Manner | 13.04.2002 | 00:00

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Mitarbeiter kranken an Sinnverlust

Melanie Manner

Frust und Sinnverlust sind die häufigsten Gründe für einen Arbeitgeberwechsel, hat eine Studie des research team human resources ergeben. Die Ursachen sind vielfältig.

Eggersdorf. Vor Sinnverlust unter Mitarbeitern warnt eindringlich eine neue Studie des research team human resources. Das Institut hat sich auf Mitarbeiterbefragungen spezialisiert. Für die neueste Studie zu "Burnout und Bindung an das Unternehmen" wurden mehr als 2000 Mitarbeiter in Österreich befragt.

"Sinnverlust spielt eine wichtige Rolle in der Wechselbereitschaft der Mitarbeiter", resümiert Institutsleiter Paul Jiménez. "22 Prozent der Befragten haben sich insgeheim schon nach einem neuen Job umgesehen. Davon machen etwa 30 Prozent den Wechsel stark von einem Sinnverlust im beruflichen Alltag abhängig." Sinnverlust sei demnach der grösste Grund für die Wechselbereitschaft, noch vor Gehaltsfragen.

>> Harte Nuss für Chefs <<

"Das ist jedoch nicht alles", warnt Jiménez weiter: "Der Anteil derer, die nicht wechseln können und einfach resignieren, beträgt geschätzte weitere 15 bis 20 Prozent. Das sind die, die innerlich emigriert sind."

Eine harte Nuss für Vorgesetzte. Denn wie definiert man Sinnverlust? "Die mangelnde Übereinstimmung zwischen was sich einer vorstellt und was er tatsächlich in der Arbeit vorfindet", versucht es Jiménez. Gefragt wurde in der Untersuchung etwa, ob sich der Mitarbeiter durch die Arbeit frustriert fühlt.

>> Visionen besprechen <<

Der Sinnverlust kann viele Gründe haben, weiss Harald Preyer, der mit seiner Unternehmensberatung Eucusa auf Zufriedenheitsbefragungen spezialisiert ist. "Zum einen passiert es sehr selten, dass Arbeitgeber an der Lebensplanung des Mitarbeiters Anteil nehmen. Möglicherweise ist das, was das Unternehmen bietet, nicht mehr das, was er sich vorstellt. Wenn er ein besseres Angebot kriegt, geht er. Zum anderen fehlt es häufig an der Visionsarbeit. Als Führungskraft muss ich mit meinen Leuten immer wieder durcharbeiten, ob die Unternehmenswerte und -visionen noch stimmig sind oder ob sie vom Tagesgeschäft überrollt werden."

Umstrukturierungen sind ebenfalls ein häufiger Anlass für Sinnverlust, glaubt Alois Kogler, der die Unternehmensberatung Team & Spirit leitet. "In Österreich wird die Sicherheit sehr gross geschrieben."

>> Solidarität vermisst <<

Oft beklagt werde von der Belegschaft auch der Verlust an Solidarität, an gemeinsamen Aktivitäten sowie mangelnde Anerkennung. Und schliesslich stellen Missmanagement und schlechte Organisation ebenfalls einen häufigen Frustgrund dar.

Handelt es sich nur um einen Mitarbeiter, kann schon ein persönliches Gespräch über seine Ziele und Wünsche helfen. Geht es um viele, etwa bei Umstrukturierungsprozessen, kann es sinnvoll sein, Psychologen oder Unternehmensberater einzuschalten, rät Kogler.

Bildtext: H. Preyer: "Es passiert selten, dass Arbeitgeber an der Lebensplanung des Mitarbeiters Anteil nehmen"

Rechercheleiter Paul Jiménez warnt: "Sinnverlust spielt eine wichtige Rolle in der Wechselbereitschaft der Mitarbeiter"

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