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Nur die Hälfte rechnet nach, ob das Seminar sein Geld wert war

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von Melanie Manner | 23.10.2004 | 00:00

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Nur die Hälfte rechnet nach, ob das Seminar sein Geld wert war

Jährlich stecken Österreichs Unternehmen im Schnitt pro Mitarbeiter 410 Euro in die Weiterbildung - doch ist das Geld gut oder schlecht investiert? Um das festzustellen, setzen die Unternehmen zunehmend so genanntes "Bildungscontrolling" ein.

"Während in Nordeuropa Bildungscontrolling, zum Beispiel in Form von Wissensbilanzen, schon eine breite Anwendung findet, hinkt Österreich hier noch nach", kritisiert Barbara Kieslinger von CSI. Sie hat an einer Umfrage der Wirtschaftsuniversität Wien zum Thema Bildungscontrolling mitgewirkt.

Immerhin steigt das Interesse am Thema: 55 Prozent von rund 197 Unternehmen antworteten, dass sie bereits Bildungscontrolling einsetzen. Weitere 15 Prozent wollen es in den nächsten eineinhalb Jahren einführen.

Dabei wird der Begriff recht unterschiedlich verwendet. Während die Mehrheit es wichtig findet, zum Beispiel durch Prüfungen und Befragungen den Lernerfolg zu messen, halten nur 38 Prozent etwa Kosten-Nutzen-Rechnungen für wichtig.

Bei Obi etwa wird zwar in einem Vor- und Nachgespräch die Zielerreichung besprochen, "aber wir errechnen jetzt nicht den ROI", sagt Personalchefin Andrea Grünstäudl.

>> "Transfer" testen <<

Seminarveranstalter Business Circle bietet am 5. November ein Fachseminar zum Bildungscontrolling an (Tel. 01/522 58 20-0); Vortragende ist Unternehmensberaterin Sonja Schloemmer. Die Teilnehmer lernen etwa, welche Evaluationsmöglichkeiten es gibt. So können Vorgesetzte den "Transfer", also den Grad der Umsetzung von Fähigkeiten, durch Mitarbeiterbefragungen, 360-Grad-Feedback oder durch Testanrufe herausfinden. Eine Zielerreichungsanalyse oder ein Kennziffernvergleich hingegen misst, ob sich dadurch auch die Unternehmenskennzahlen verbessert haben. "Strategische Massnahmen im Personalbereich wirken oft erst nach drei bis fünf Jahren", sagt Schloemmer. Um so wichtiger sei es, Bildungsmassnahmen permanent zu evaluieren.

Die Wirtschaftsuniversität entwickelt dazu gerade ein Software-Tool zur Unterstützung des Bildungscontrollings. Es soll in den nächsten Monaten in Unternehmen getestet werden. (man)

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