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Dialog-backdrop Neustart mit InvestitionenKroatien will den Rückenwind durch den bevorstehenden EU-Beitritt nutzen, um seine Wirtschaft durch einen gewaltigen Investitionsschub voranzutreiben. Zagreb. Kroatiens Regierungschefin Jadranka Kosor will den Rückenwind nach dem Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen nutzen, um die Wirtschaft des Landes auf Vordermann zu bringen. "Mit dem Abschluss der Verhandlungen haben wir definitiv den schwierigsten, kompliziertesten Teil der Aufgabe hinter uns", meint sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Nun gehe es darum, das neu gewonnene Vertrauen in konkrete Investitionen umzumünzen, um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfgen, die seit dem Krisenjahr 2008 jährlich geschrumpft ist. Für heuer erwartet Kosor immerhin ein moderates Wachstum von 1,5 Prozent. 14 Milliarden € Allein in die Infrastruktur sollen, so Kosor im Bloomberg-Interview, 14 Milliarden €investiert werden. 30 Projekte mit diesem Gesamtvolumen hatte Kosor bereits zu Beginn des Jahres vorgestellt -kurz nachdem sie Investitionen zur Chefsache erklärt hatte und den Unternehmer Domagoj Milosevic zum Vize-Premier, zuständig für Investitionen, gemacht hatte. Die Projekte sind freilich hauptsächlich Infrastruktur-Projekte, die Kroatiens Wirtschaft kurzfristig nur wenig ankurbeln werden. Darunter ist etwa die Vergabe der Konzession für Ausbau und Betrieb des Flughafens Zagreb, für die sich unter anderem die österreichische Strabag und Alpine im Rahmen von internationalen Konsortien beworben haben. Dieses Projekt ist in der ersten Phase 192 Millionen € wert, insgesamt sollen die Investitionen 302 Millionen € betragen. Das teuerste Projekt ist der Ausbau der Eisenbahnstrecke Rijeka-Koprivnica. Diese soll 3,6 Milliarden € kosten. Zu Jahresbeginn hatte die Gewerkschaft die Projekte begrüßt und auf den Start der Bauprojekte gedrängt. Die Opposition erteilte den Plänen eine Absage. Man solle eher den privaten Investitionen die Tür öffnen, forderten die Sozialdemokraten. Darauf wird Kosor möglicherweise zurückgreifen müssen. Denn im laufenden Jahr ist ein Defizit von 4,2 Prozent des BIP budgetiert - Spielraum für zusätzliche Investitionen gibt es kaum. Und nach dem Beitritt wird Kroatien zwar auf Fördergelder im Umfang von zumindest 750Millionen €zugreifen können-die Wirtschaft muss aber bereits vorher in Fahrt gebracht werden. Denn vor dem Beitritt - er ist für Juli 2013 avisiert -müssen die Kroaten erst in einer Volksabstimmung zustimmen. "Ich bin überzeugt, dass das Volk sich in dem Referendum für den Beitritt zur EU aussprechen wird", gibt sich Kosor sicher, "weil Kroatien keinen anderen gangbaren Weg hat." Dennoch kann eine bessere wirtschaftliche Performance nicht schaden: Mit 18,2 Prozent Arbeitslosigkeit und einer Beschäftigungsquote von gerade einmal 50 Prozent (einer der niedrigsten in der EU) ist die Begeisterung derzeit wohl enden wollend. Etwas mehr Wachstum und entsprechend mehr Jobs würden auch bei den kommenden Wahlen ein wenig helfen - und die sind bereits heuer im Herbst fällig. mehr Archiv…
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