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Osteuropa wird als Bio-Markt unterschätzt

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von Daniela Friedinger | 06.05.2011 | 00:35

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Osteuropa wird als Bio-Markt unterschätzt

Wien. Ernst Kopp, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Warschau, ist enttäuscht: Für eine Marktsondierungsreise, die Ende Mai Lieferanten und Abnehmer von Bio-Lebensmitteln auf einem Kongress in Warschau zusammenführen soll, haben sich gerade einmal drei österreichische Firmen angemeldet. Der vermeintliche Grund: Polen wird, so wie auch anderen Länder Osteuropas, im Bio-Bereich noch zu wenig Marktpotenzial zugetraut.

"Polen wird in Österreich als Billigland angesehen, das selber eine große Landwirtschaft hat und in dem teurere Bio-Produkte wenig Chance haben", sagt Kopp. Die Zahlen allerdings widersprechen dem.

Zuwachs zweistellig

So ist der Markt zwar noch nicht riesig, doch laut Euromonitor International wächst er zweistellig. Sogar im Krisenjahr 2009 (für 2010 gibt es die Zahlen noch nicht) ist der Markt für abgepackte Bio-Lebensmittel um 19 Prozent auf einen Wert von umgerechnet 51,4 Millionen €gestiegen. Der Absatz von Bio-Getränken wuchs um 15 Prozent auf 7,9 Millionen €. Und jener von Bio-Tee, wo unter anderem der österreichische Anbieter Sonnentor am polnischen Markt präsent ist, legte sogar um 23 Prozent zu.

Handel baut Bio aus

Potenzial gibt es laut Kopp zufolge aber auch deshalb, weil einige internationale Lebensmittelketten gerade dabei sind, ihr Bio-Angebot in Polen massiv auszu bauen, darunter Carrefour, Biodronka und die Metro AG. "Verglichen mit Österreich steht man noch am Beginn, aber der Markt kommt", ist Kopp daher überzeugt.

In einigen anderen osteuropäischen Ländern floriert das Geschäft mit der natürlichen Nahrung denn auch schon: Laut Agrarmarkt Austria (AMA) Marketing gibt etwa ein Slowene durchschnittlich 52 € im Jahr für österreichische Lebensmittel aus. "Der genaue Anteil wird nirgends ausgewiesen, aber schätzungsweise 20 Prozent davon sind Bio-Produkte", sagt Hermine Hackl, Sprecherin der AMA Marketing. Zum Vergleich: Der deutsche Markt ist vom Volumen her zwar viel größer, aber pro Kopf gerechnet sind es nur sieben bis acht €im Jahr, die sich ein Deutscher Lebensmittel aus Österreich kosten lässt.

Hackl zufolge boomen Bio-Lebensmittel -nach einem Durchhänger 2009 -derzeit generell so stark wie seit langem nicht: Seit der Krise sei die Preisschere zwischen biologisch und konventionell erzeugten Produkten kleiner geworden, das verleite viele zum Griff nach Bio.

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