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Dialog-backdrop Präsentieren wie Alfred HitchcockWarum sind wir bei einem guten Krimi bis zum Schluss hellwach, während wir bei den meisten Vorträgen einschlafen? Ein Experte verrät, wie man seine Zuhörer fesseln kann. Was haben Hollywood-Filme und Vorträge gemeinsam? In beiden Fällen soll ein Publikum erreicht und gut unterhalten werden -so viel zum Ideal. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus: Gelangweilte Zuhörer, die ihre E-Mails abrufen, sich in Tagträume flüchten oder ein echtes Schläfchen wagen. Schätzungen gehe davon aus, dass weltweit täglich mehr als 30 Millionen Präsentationen stattfinden. Laut einer Umfrage des Wall Street Journal sind rund 84 Prozent der Teilnehmer bei derartigen Veranstaltungen tödlich gelangweilt. 97 Prozent aller Präsentationen werden als verbesserungswürdig bezeichnet. Falsche Einstellung Das ist fatal, denn: "Ob Ideen oder Produkte -beim Präsentieren geht es immer ums Verkaufen", sagt Michael Moesslang, vielfach ausgezeichneter Präsentator und Autor des Buches "So würde Hitchcock präsentieren". Oft fehle es nicht nur an methodischem Wissen, sondern schlicht an der richtigen Einstellung. So sollten eine lebendige Körpersprache, Stimme und Sprechweise trainiert und wenn nötig verbessert werden. Das Um und Auf für eine packende Präsentation sei jedoch die penible Vorbereitung. "Machen Sie es wie Alfred Hitchcock", rät Moesslang. "Spannung lässt sich herstellen, es muss nur die Dramaturgie stimmen." Moesslang beschreibt mit viel Detailfreude, wie jede Präsentation filmreif gestaltet werden kann. Doch warum ausgerechnet Altmeister Alfred Hitchcock? "Ich bin bei der Suche nach Tricks für spannende Präsentationen schnell auf den ,Master of Suspense' gestoßen", erklärt Moesslang. "Seine Techniken sind sensationell einfach und sehr wirkungsvoll. Vieles davon ist auf Präsentationen übertragbar und machen diese garantiert spannender." Tatsächlich war Hitchcock ein Meister darin, Szenen zu schaffen, die man nie mehr vergisst. Man denke nur an die Duschszene in "Psycho" oder den Angriff der Krähen in "Die Vögel". Erreicht hat er das nicht mit aufwändigen Special Effects, sondern mit echter Dramaturgie. Spannungsbögen wurden, unter anderem mit Techniken wie Suspense, Surprise oder Tension, bis ins letzte Detail ausgearbeitet. * Suspense in der Präsentation: Damit erzeugt man Spannung, indem man dem Publikum nur langsam -sozusagen Stück für Stück - verrät, wie die Lösung eines Problems oder das präsentierte Produkt tatsächlich aussieht. Wichtig ist, dass der Höhepunkt bis zuletzt geheim bleiben muss. "Damit erzeugen Sie eine spannungsgeladene Atmosphäre und eine Mischung aus Erwartung und Zweifel", verspricht Moesslang. * Surprise in der Präsentation: Dabei setzt man auf den Überraschungseffekt: Ob man plötzlich mit der Hand auf ein Flip Chart schlägt, sich ins Publikum setzt, obwohl alle erwarten, dass man seinen Vortrag fortsetzt, oder ob man einen scheinbar absurden Lösungsvorschlag macht - eine Überraschung weckt Aufmerksamkeit und Emotionen. * Tension in der Präsentation: Hier wird die Taktik der Verzögerung eingesetzt, indem man zum Beispiel etwas völlig Neues ankündigt und dann das Publikum gezielt warten lässt. Man kann die Zuhörer einige Sekunden, aber auch Minuten zappeln lassen. Man muss nur dafür sorgen, dass sich das Warten für die Zuhörer tatsächlich lohnt. Bei einer Präsentation darf im Gegensatz zum Film am Schluss nichts offen bleiben, alle entstandenen Fragen müssen geklärt sein. "Es sind die Details und die Dramaturgie, die die Qualität einer Präsentation bestimmen", ist Moesslang überzeugt. Wer es schafft, seine Zuhörer darüber, was als Nächstes auf sie zukommt, völlig zu verunsichern, wer gekonnt die richtige Dosis Humor einsetzt und wer überraschende Wendungen in die Dramaturgie des Vortrags einbaut, muss den berüchtigten Gähnfaktor des Publikums nicht fürchten. "Gut dargestellte Spannung ist für mich immer etwas, das sich langsam aufbaut und zu einem unvorhersehbaren Abschluss kommt", resümiert Moesslang. "Das gilt für Hitchcock-Filme genauso wie für Präsentationen." Buchtipp: Michael Moesslang, "So würde Hitchcock präsentieren", Redline, 17,99 €. mehr Archiv…
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