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Tony Hayward: Der Bauer als Millionär

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von HANS-JÖRG BRUCKBERGER | 28.07.2010 | 00:35

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Tony Hayward: Der Bauer als Millionär

So schnell kann's gehen im Leben eines Managers: Eben noch hoch angesehener Chef eines Weltkonzerns, jetzt der so ziemlich meistgehasste Mann Amerikas mit "Popularitätswerten" à la Saddam Hussein. BP-Chef Tony Hayward ist an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gescheitert und muss jetzt, wie treffend, abtanken.

Symbolfigur. Das zumindest glauben Millionen von Menschen in aller Welt. Meldungen, ja berufliche Nachrufe wie "Tony Hayward -Symbolfigur der Ölkatastrophe" ratterten gestern über diverse Nachrichtenkanäle. Und Kommentatoren analysieren, dass der Geologe an seinen kommunikativen Defiziten gescheitert sei und in der Krise einfach zu ungeschickt agiert hat.

Tatsächlich war sein sicher gut gemeinter Sager, dass er sein früheres Leben zurückwolle, höchst unglücklich. Statt "Ich wünschte, das alles wäre nie geschehen" kam es rüber wie: "Ich wüsste auch etwas Besseres mit meiner Zeit anzufangen, als mich um diese Katastrophe zu kümmern."

Spätestens danach waren die Haywardschen Ausrutscher aber sicher kein Zufall mehr. Zum Beispiel die Sache mit dem Segeltörn, auf den sich der Manager mitten in der Krise begab - natürlich in einen Teil des Weltmeeres, wo das Wasser noch schön sauber war. Naiv, wer glaubt, dahinter stecke ausschließlich ein dummer, ungeschickter, abgehobener oder gar bösartiger Manager.

Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass Hayward zumindest im Verlauf der Affäre bewusst in diese Rolle gedrängt wurde. Jeder PR-Profi und Krisenstratege - von denen sicherlich genügend im Hintergrund die Fäden ziehen - weiß nur zu gut: Eine Krise braucht ein konkretes Gesicht - nur dann wird das Konzern-Logo aus der Schusslinie genommen.

Happy End. So gesehen ist Tony Hayward fast schon mehr Opfer als Täter. Ein Bauernopfer, wenn man so will. Freilich eines, das mit einer millionenschweren Pension abgefunden wird.

Sehr wahrscheinlich ist mit dem Chefwechsel übrigens auch das Problem am Golf gelöst - sodass der neue CEO gleich einen guten Start hat. Ein Happy End Marke BP.

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