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Überangebot drückt den Preis

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von Alexandra Brugger | 23.02.2012 | 00:33

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Überangebot drückt den Preis

Industriemetalle. Die Nachfrage kommt nicht mit dem Angebot am Industriemetall mit, was zu Überschüssen, vollen Lagern und fallenden Preisen führt.

Bloomberg

Die Nickel-Produzenten meinen es gut, schneiden sich durch den Produktionseifer aber ins eigene Fleisch

Nickel wurde in seiner reinen Form erstmals Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckt. Damals dachte man noch, es handle sich um einen vernachlässigbaren Bestandteil im Kupfererz. Als man allerdings dessen Eigenschaften entdeckte, begann die Karriere des Industriemetalls Nickel. Das extrem temperaturbeständige und korrosionsfeste Metall zählt heute zu den wichtigsten Grundstoffen zur Herstellung von Edelstahl. Rund 76 Prozent der weltweiten Produktion werden hierfür genützt.

Die momentane Produktion von Nickel schreibt ebenfalls Geschichte. Noch nie zuvor wurde so viel von dem Metall hergestellt wie zurzeit. Von 2009 bis 2011 ist die weltweite Produktion von 1.400.000 auf 1.782.000 Tonnen gewachsen. Barclays Capital schätzt, dass die Produktion die Nachfrage um 45.000 Tonnen übersteigt. Dieser Überschuss repräsentiert zur Veranschaulichung 46 Prozent der Nickel-Lagerbestände der London Metal Exchange. Aus einem Bericht von Morgan Stanley geht weiters hervor, dass auch der Anteil von aus Recyclingvorgängen gewonnenem Nickel um zwölf Prozent steigen soll. Im Gegensatz dazu soll die Nachfrage lediglich um zehn Prozent zunehmen, was zu Überschüssen für die nächsten zwei Jahre führt.

Auch die Deutsche Bank schlägt in die gleiche Kerbe und geht davon aus, dass der Bedarf nicht schnell genug zunimmt, sodass der Überschuss absorbiert werden kann. Daniel Briesemann, Analyst bei der Commerzbank, geht ebenfalls davon aus, dass es weiterhin enorme Überschüsse an Nickel geben wird - voraussichtlich sogar bis 2014. "Der Hauptgrund liegt eindeutig in der Überproduktion, aber man darf auch nicht die konjunkturabhän gige Edelstahlindustrie außer Acht lassen", analysiert er die Lage.

Rally gestoppt

Die aktuelle Entwicklung wird vom Nickelpreis, der seit Ende November eine regelrechte Rally mit einem Plus von beinahe 30 Prozent aufs Parkett legte, bereits eingepreist. Seit Ende Jänner rutschte der Preis um sieben Prozent nach unten und notiert aktuell bei etwa 20.000 Dollar je Tonne.

Die in den USA angezogene Produktion sowie eine überraschend positive Betriebsleistung in China könnten den Nickelverbrauch allerdings wieder vermehrt ankurbeln und zu einem Preisanstieg führen. Wer jetzt darauf hofft und von einem möglichen Steigen des Preises profitieren will, kann dies beispielsweise mit einem Index-Zertifikat auf Nickel der Société Générale (ISIN: DE000SG9F3Y3).

 

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