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DCM Decometal: Von Fürstenfeld in die Welt

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von Hans Pleininger | 17.04.2003 | 00:00

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DCM Decometal: Von Fürstenfeld in die Welt

Der Handel mit Erzen machte einen kleinen steirischen Familienbetrieb zum Global Player. An der Familienspitze von DCM steht der 82-jährige Herbert H. Depisch.

Fürstenfeld. "Wir haben auf der Terrasse unseres Wohnhauses schon beste Geschäftsabschlüsse gemacht", erzählt Herbert H. Depisch, Gründer und Aufsichtsratschef von DCM Decometal. Das steirische Familienunternehmen aus Fürstenfeld handelt weltweit mit Erzen und Ferro-Legierungen.

Eine klare Trennung zwischen Firma und Familie ist bei Familienunternehmen generell schwer - für die Depisch's ist die Grenze sowieso nur fliessend. "Wir haben unser Privathaus nicht nur für die Familie, sondern gezielt in Hinblick auf unsere Geschäftspartner gebaut."

Die Japaner haben immer geglaubt, es sei das Firmengästehaus, ergänzt Depisch-Tochter Rohtraut Skatsche-Depisch: "Für uns stand immer das Unternehmen im Vordergrund: Wenn es dem Unternehmen gut geht, geht es der Familie auch gut. Das war immer die Maxime."

>> Fast alle in der Firma <<

Rohtraut Skatsche-Depisch leitet heute als alleinige Geschäftsführerin das weltweit erfolgreich tätige Familienunternehmen, das ihre Eltern aufgebaut haben. Die eigentliche Firmenzentrale von Decometal steht direkt am Hauptplatz von Fürstenfeld. Noch immer dort, wo nach dem Zweiten Weltkrieg der Aufstieg des Familienunternehmens begann.

Neben Rohtraut Skatsche-Depisch arbeiten heute fast alle Familienmitglieder leitend im Unternehmen mit: Schwester Andrea Gidwani-Depisch ist als letzte erst vergangenes Jahr in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Andreas Mann Barry Gidwani ist Direktor fürs Nordamerika-Geschäft, Rohtrauts Gatte berät das Familienunternehmen als Konsulent. Nur die beiden Söhne von Herbert Depisch haben mit dem Erz-Handelsunternehmen fast nichts am Hut. Dieter führt als Bauingenieur erfolgreich ein Zivilingenieursbüro in Fürstenfeld. Bruder Martin ist ebenfalls selbstständig und hat vor kurzem das Plastikwerk Expan in Kärnten gekauft.

Das Familienunternehmen Decometal wird von den Depisch-Schwestern und ihren Männern gut geführt. Bei weitreichenden strategischen Entscheidungen ist jedoch ihr 82-jähriger Vater Herbert Depisch als Aufsichtsratschef noch immer die Letztinstanz: "Es war nie unser Bestreben, zu Reichtum zu kommen. Es ging immer um Sicherheit für das Unternehmen: keine Fehler zu machen, vorauszuschauen, richtige Abschätzungen zu treffen."

>> Handel in 34 Ländern <<

Das 36. Jahr ist Depisch seit Gründung der DCM Decometal bereits im Handelsgeschäft mit Erzen in mittlerweile 34 Ländern der Welt. 50 Mitarbeiter haben im Vorjahr 270 Millionen Euro umgesetzt - was einer Steigerung von 40 Prozent im Vergleich zu 2001 entspricht. In Zusammenarbeit mit Erzminen und Legierungsproduzenten ist DCM für die Rohstoffbeschaffung, Logistik, Lagerhaltung und Vermarktung zuständig. Das steirische Handelshaus hat nur eine strategische Minderheitsbeteiligung an einer Mine an der australischen Westküste.

Diese ist für das Familienunternehmen äusserst bedeutend. Denn die Mine ist der fünftgrösste Manganexporteur der Welt - und 60 Prozent der Produktion werden über DCM vermarktet. Insgesamt verkaufen die Steirer im Jahr 300.000 Tonnen Manganerz. Dazu kommen noch 4,5 Millionnen Tonnen Eisenerze. Einer der langjährigen und wichtigsten Rohstoffpartner in Österreich ist die voestalpine.

Herbert Depisch ist sich der Verantwortung bewusst: "Die Familie könnte ohne dieses Unternehmen nicht dort sein, wo sie jetzt ist. Dieses Unternehmen bietet den Familienangehörigen die Möglichkeit, hier zu arbeiten soweit das beabsichtigt ist - und diesen Stellenwert beizubehalten ist unsere Verpflichtung."

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