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Dialog-backdrop Keine Angst vor GlobalisierungJosef Stiegler Die Propheten des Untergangs der Wirtschaft sehen eine aktuelle Bedeutung der Globalisierungsfalle darin, daß die Asien-Krise auch auf Europa überspringt. Die internationale Verbundenheit der Volkswirtschaften ist seit langem bekannt. Sie wirkt in der Hochkonjunktur wie in der Rezession. Dennoch können die Industriestaaten aus der Globalisierung enorm profitieren. Das belegt folgendes Beispiel: Österreich konnte 1997 in die Staaten Mittel- und Osteuropas um fast 39 Milliarden Schilling mehr exportieren, als von dort importiert wurde. Mit Ende 1997 haben österreichische Unternehmen in diesen Staaten rund 62 Milliarden Schilling investiert, und zwar über rund 15.000 Beteiligungen. Dies ist umso bemerkenswerter, als in Österreich keine großen multinationalen Unternehmen zu Hause sind. Die österreichischen Direktinvestitionen beweisen, daß auch kleine Unternehmen den Internationalisierungsprozeß aktiv mitgestalten und nutzen. So entstehen Minimultis, die ihre Beschäftigung im Inland halten und sich weltweit in Nischen behaupten. Durch die Globalisierung wird Wachstumspotential frei. Davon werden die EU-Kandidaten in Osteuropa profitieren. Die Stärkung ihrer Wirtschaft beflügelt Wachstum und bremst Wanderungsbewegungen in industrialisierte Staaten. Die eigentliche Bedrohung geht für Österreich also nicht von der Globalisierung, sondern von der Provinzialisierung aus. Daher sollte sich die österreichische Diskussion über Globalisierung von den Chancen inspirieren lassen, statt von den bei uns beliebten pessimistischen Zukunftseinschätzungen. Mag. Josef Stiegler ist Sektionsleiter für Industrie im Wirtschaftsministerium Bildtext: Provinzdenken ist die eigentliche Gefahr |
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