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Dialog-backdrop Konflikt um Leerfahrten der LkwFrächter können viele Gründe für Leerfahrten aufzählen. Wo es möglich ist, leere Kilometer zu vermeiden, geschieht das bereits, da alles andere zu viel Geld kostet. Wien. Österreichs Frächter wehren sich gegen die Vorwürfe des Verkehrsclub Österreich (VCÖ), der vergangene Woche mit einer Studie aufhorchen liess. Demnach fahren vier von zehn Lkw leer über Österreichs Strassen, was 900 Millionen unnötig zurückgelegten Kilometern pro Jahr entspricht. Für Friedrich Macher, Area Manager Zentraleuropa bei Kühne & Nagel und Präsident der Bundesvereinigung Logistik, sind die Interessen des VCÖ klar motiviert: "Der VCÖ ist eine Lobbying-Organisation. Die Studie ist weder wissenschaftlich noch sonstwie fachkundig." Macher bestreitet aber nicht, dass Lkw leer bzw. nicht vollständig beladen durch Österreich fahren. Eine hundertprozentige Auslastung der Fahrten sei organisatorisch, technisch und zeitlich nicht immer möglich. Macher gibt ein Beispiel: "Ein Lkw fährt voll beladen vom Lager weg und beliefert 20 Einzelhandelsoutlets. Er lädt jedesmal einen Teil der Ladung ab und fährt dann mit immer weniger Ladung weiter." Auch durch rechtliche Vorschriften sind Frächtern häufig die Hände gebunden, weiss Günter Schneglberger, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbands für Güterbeförderung: "Ein Unternehmen darf zum Beispiel nur sein eigenes Ladegut befördern." >> Verschiedene Lkw << Ausserdem gibt es verschiedene Lkw für unterschiedliche Arten von Ladegut. "Es ist nicht möglich, dass ein Lkw zuerst Tiefkühlware und am Rückweg Zement transportiert. Auch wenn Fahrzeuge technisch für mehrere Arten von Ladegut geeignet wären, wie bei Zement und Mehl, ist es nicht erlaubt, zuerst das eine, dann das andere darin zu transportieren", sagt Schneglberger. In Österreich fahren viele offene Lkw, die Baumaterialien transportieren - Möbel darin zu transportieren, wäre nicht möglich. Als nicht voll beladen gelten Fahrzeuge auch dann, wenn sie nicht bis zur Decke voll sind oder die volle Kapazität gewichtsmässig nicht ausgeschöpft ist. "Das kommt beim Transport von sehr leichten oder sehr schweren Materialien vor", sagt Schneglberger. Das sind nur einige der Gründe, die Frächter für leere oder nicht voll beladene Lkw anführen. Für Kühne & Nagel-Chef Macher gibt es keine vermeidbaren Leerfahrten: "Jeder unnötige leere Kilometer wird vermieden. Alles andere wäre absurd - es würde nur Kosten verursachen." Macher hat bei den jüngsten Technologiegesprächen in Alpbach das Problem mit Experten diskutiert. Dabei war man sich einig, dass "bei allen anderen Verkehrsträgern im Güterverkehr der Leerfahrtenanteil mindestens genauso hoch ist wie beim Lkw. Beim individuellen Verkehr liegt die Auslastung bei 20 Prozent." |
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