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Sojamühlen: Genfreie Produkte boomen

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von Bettina Stomper | 05.04.1997 | 00:00

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Sojamühlen: Genfreie Produkte boomen

Bettina Stomper

Zwei österreichische Sojamühlen setzen auf Gentechnikfreiheit und peilen europaweit die 33-Prozent-Absatzmarke an.

Linz/Prinzersdorf. Seit der Diskussion um die genmanipulierte Sojabohne Round up Ready des US-Multis Monsanto haben zunehmende Konsumentenproteste die Nachfrage nach österreichischen Sojaprodukten in die Höhe geschraubt. Allein im letzten Jahr konnte die in Österreich marktführende Caj. Strobl Naturmühle GmbH & CoKG ihren Umsatz um 47 Prozent auf 90 Millionen Schilling erhöhen. Für 1997 werden bei einem Plus von weiteren 39 Prozent Umsätze in der Größenordnung von 125 Millionen Schilling erwartet. Im vergangenen Jahr konnte die Sojamühle ihre Exporte von 18 auf 36 Millionen Schilling verdoppeln. 1997 werden voraussichtlich mehr als 50 Prozent der Produktion in erster Linie nach Deutschland, Tschechien und Italien, aber auch in die Schweiz ausgeführt. Zu den Kunden der Strobl-Mühle zählen Unilever, Nestlé und Backaldrin.

Die zweite größere österreichische Soja-Mühle, die Josef und Georg Bamberger GmbH, rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzzuwachs von 12 Prozent auf 17 Millionen Schilling. 1996 hat die Gesellschaft in Prinzersdorf 25 Prozent ihrer Produktion vor allem nach Deutschland exportiert. Abnehmer der Bamberger-Mühle sind Unifood, Backaldrin und Manner.

Durch verstärkte Kooperation in den Bereichen Export, Zukauf und Anbau wollen Strobl und Bamberger ihre Marktposition ausbauen. Über die zu Jahresbeginn gegründete Soja VertriebsgmbH exportieren sie unter der Marke "Soja Austria" gentechnikfreie Sojaprodukte. Ist die Ausfuhr derzeit noch auf Vollfett-Sojaprodukte beschränkt, so wird, wie Heribert Strobl betonte, schon bald eine Erweiterung der Produktpalette, zum Beispiel auf den Vertrieb ganzer Sojabohnen, erfolgen. Hauptexportmärkte sind derzeit Italien, Frankreich und Deutschland. Bis 1998 will man ein Drittel des gesamteuropäischen Bedarfs an Vollfett-Sojaprodukten abdecken. Auch hinsichtlich Anbau und Zukauf von Soja kooperieren die beiden Mühlen und haben Anbauverträge mit Saatbau Linz und RWA abgeschlossen. Um die Genfreiheit der zugekauften Erntesicherzustellen, werden die Soja-Bohnen strengen Qualitätstests unterzogen.

Bildtext: Geschäftsführer Heribert Strobl: "Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Konsumenten"

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