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Dialog-backdrop Vatikan fordert Steuer auf TransaktionenRom. Der Vatikan setzt sich für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in der EU ein. In Kurienkreisen wächst die Überzeugung, spekulative Finanzgeschäfte sollten mit der Steuer belegt werden. Das Interesse des Vatikans für die neue Steuer bezeugt auch Radio Vatikan, das kürzlich den katholischen Wirtschaftsexperten Leonardo Becchetti über die Transaktionssteuer interviewt hat. "Es stimmt nicht, dass eine europaweite Transaktionssteuer zum Abfluss finanzieller Aktivitäten aus Europa führen würde. Das bezeugt die Tatsache, dass Großbritannien einen florierenden Finanzmarkt hat, obwohl dort schon seit längerer Zeit eine solche Steuer in Kraft ist", meinte der Wirtschaftsprofessor an der römischen Universität Tor Vergata und Leiter der katholischen Bewegung "Comunitá di vita cristiana". "Nur der Wille fehlt" "Wie Papst Benedikt sagt, sind neue Regeln in der Finanz notwendig, die man allerdings nicht neu zu schaffen braucht, weil es sie bereits gibt. Es fehlt nur der Wille der Politik, sie aktiv umzusetzen", meinte Becchetti. Wichtig sei, auf internationaler Ebene den Geldfluss für spekulative Finanztransaktionen einzubremsen. Das Geld müsse zur Finanzierung von Unternehmen frei werden. Zugleich will der Vatikan intern verstärkt gegen Korruption und Vetternwirtschaft in der Verwaltung vorgehen. Erzbischof Carlo Maria Vigano klagte in einer TV-Reportage von alltäglichem Geldverschleudern der öffentlichen Hand im Vatikan. Es gebe Fälle "von Korruption und Machtmissbrauch", die in der Verwaltung vieler Abteilungen aufgeklärt werden müssten, heißt es in einem Brief vom 27. März 2011 an den Papst, der erst jetzt veröffentlicht wurde. In einem zweiten Schreiben berichtet der Erzbischof dem Heiligen Vater, dass einige Geldanlagen in die Hände von Bankern gegeben worden sein, die vor allem ihre eigenen Interessen verfolgten. ZAHL 57 Milliarden € Der Wirtschaftsexperte Leonardo Becchetti schätzt die Einnahmen aus einer europaweiten Transaktionssteuer auf 57 Milliarden €. Das Geld sollte zur Armutsbekämpfung und zur Milderung der Folgen des Klimawandels eingesetzt werden. mehr Archiv…
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