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Dialog-backdrop Vergessen Sie alles, was Sie übers Gründen gelernt haben und legen Sie einfach mal los"Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht", steht in dicken Lettern auf der Rückseite des neuen Buchs von Svenja Hofert. Die Beraterin, die auch einen Karriereblog betreibt (karriereblog.svenjahofert.de), denkt, dass viele Glaubenssätze in Sachen Unternehmensgründung unangebracht sind und sogar dazu führen, dass viel weniger gegründet wird, als es möglich und wünschenswert wäre. In jedem Kapitel von "Das Slow Grow Prinzip - Lieber langsam wachsen als schnell untergehen" ersetzt sie die alten Regeln durch neue, etwa: "Falsch: Sie müssen eine Unternehmerpersönlichkeit sein! Richtig: Die Art der Selbstständigkeit muss zu Ihnen passen." Statt "Think Big!" lautet ihre Regel: "Denken Sie so weit, wie Sie können." Im Interview mit dem WirtschaftsBlatt erklärt Hofert, dass sie häufig mit verwirrten Kunden konfrontiert ist, die etwa glauben, schon vor dem Start ins Selbstständigendasein den Termin festlegen zu müssen, an dem sie den ersten Mitarbeiter anstellen. "Viele überlegen sich formale Dinge, etwa dass sie in fünf Jahren zehn Mitarbeiter haben wollen, aber wissen nicht, was sie jetzt machen sollen", sagt Hofert. Die großen Pläne hielten sie davon ab, anzufangen. Hofert rät da eher zur Politik der kleinen Schritte. Adieu, Businessplan Das heißt auch: Es braucht weder einen Businessplan noch eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Zwar haben "relativ viele" Gründer, die Hofert berät, eine solche, aber: "Die sind keinen Hauch besser als die, die keine haben." Die Frage sei, ob es immer Sinn mache, an eine Gründung "betriebswirtschaftlich ranzugehen". Anstatt sich von einem Businessplan von Anfang an einengen zu lassen, rät Hofert dazu, "den Prozess umzukehren: Ich würde erst einmal anfangen zu arbeiten, Erfahrungen machen, ein Gefühl dafür kriegen, was sich bewährt und dann einen Plan ausarbeiten." Auch sie selbst habe "langsam gegründet" und beschäftige heute drei angestellte Teilzeitmitarbeiter. Hemmschuh Test Als besonderen Hemmschuh empfindet Hofert - neben der Gründungsliteratur, die vor allem Entrepreneure anspricht - Tests, mit denen festgestellt werden soll, ob jemand das Zeug zum Gründer hat. Eine Frage in einem solchen Test des deutschen Wirtschaftsministeriums lautet etwa: "Sind Sie bereit, zumindest in den ersten Jahren 60 und mehr Stunden pro Woche zu arbeiten?" Laut Hofert ist das ein weiterer Gründer-Mythos, der nur auf Ausnahmen wie etwa Firmenübernahmen oder Franchise-Gründungen zutrifft. BUCH-TIPP Das Slow Grow Prinzip Svenja Hofert, Gabal, 280 S., 25,60 € Ein Mut machendes Buch für alle, die sich zumindest vage vorstellen können, sich selbstständig zu machen. Hofert schöpft aus einem großen Erfahrungsschatz und schreibt angenehm nüchtern, ohne rosarote Brille, sie weiß aber dennoch zu motivieren. mehr Archiv…
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