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Von Unisex-Tarifen profitieren Männer in der Kfz-Sparte nicht

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von Von Manfred Haider | 01.04.2011 | 00:49

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Von Unisex-Tarifen profitieren Männer in der Kfz-Sparte nicht

ÄTSCH. Emanzipierte Damen können aufatmen: Unisex-Tarife bringen Männern nichts. Allerdings nur, weil es jetzt schon Einheitstarife gibt.

Es hätte ja auch mit dem Teufel hergehen müssen, wenn es für Männer billiger geworden wäre. Derzeit ist es zum Beispiel so, dass Frauen bei Renten-und Erlebensversicherungen aufgrund der höheren Lebenserwartung höhere Prämien zahlen bzw. später eine geringere monatliche Rente bekommen, die dafür aber länger ausbezahlt wird. Für sie wird es künftig auf jeden Fall günstiger, denn laut EuGH-Urteil ist ab Dezember 2012 eine Differenzierung von Versicherungsprämien aufgrund des Geschlechts untersagt. Männer müssen dafür derzeit wegen der geringeren Lebenserwartung in der reinen Ablebensversicherung und wegen der höheren Schadenshäufigkeit in der Kfz-Versicherung höhere Prämien zahlen. Letzteres ist zumindest eine weit verbreitete Annahme.

KURIOS. Wie ein Anbietervergleich zeigt, gelten bis auf eine Ausnahme in der Kfz-Sparte aber schon jetzt "Unisex-Tarife". Und bei dieser einen Ausnahme ist es sogar so, dass Damen etwas mehr zahlen. Bei der Zürich beläuft sich nämlich die Haftpflichtprämie für einen 1970 geborenen Mann mit einem VW Golf auf rund 257€, eine gleichaltrige Frau muss hingegen 283€ zahlen. In der Vollkasko kommt die Frau mit 740 vs. 743€ zwar leicht günstiger weg, doch bei der Gesamtprämie inklusive Steuern zahlt die Frau mit rund 1301 vs. 1278€ unterm Strich mehr. Zumindest für sie wird es ab 2012 günstiger.

Günstiger wird es aber in der Regel bereits jetzt schon für beide Geschlechter, nämlich dann, wenn sie einen Anbietervergleich durchführen, wobei Onlineversicherungen laut Versicherungsmakler Werner Hotzy derzeit boomen." Man merkt schon, dass viele Kunden vorinformiert zum Makler kommen und wissen, was eine Versicherung bei welchem Anbieter ungefähr kostet", erklärt Hotzy, der für uns den Anbietervergleich durchgeführt hat. Als Berechnungsbeispiel haben wir die Bonusstufe 03 herangezogen, wobei manche Anbieter wie etwa HDI und VAV traditionell in den niedrigen Bonusstufen zu den günstigeren Anbietern zählen, in den hohen dagegen kaum. Hotzy erzählt allerdings, dass auch andere Versicherer immer stärker auf das Publikum ab Stufe 05 abwärts abzielen.

ZUCKERL. In unserem Beispiel ist die VAV mit einer Gesamtprämie von 1.173€ am günstigsten." Je nach Anbieter variieren aber die Selbstbehalte und Zusatzleistungen", erklärt Hotzy, ein genauer Vergleich sei schwierig. Bei der Generali etwa ist ein" Europaschutz" inkludiert, der einspringt, wenn man unverschuldet mit einem ausländischen Unfallgegner kollidiert und dieser nur unzureichend versichert ist. Bei der Allianz wiederum reduziert sich der Selbstbehalt in der Kasko-Sparte um 100€, wenn die Reparatur in einer Partnerwerkstatt der Allianz durchgeführt wird. Die Helvetia hat einen Freischadensbonus und einen Insassenunfallschutz im Bündel inkludiert. Einen Freischaden hat man auch bei der Uniqa gut, zusätzlich ist eine Kfz-Unfallversicherung dabei. Wüstenrot verzichtet drei Jahre lang auf eine Prämienerhöhung. Die Wiener Städtische leistet bei Bedarf Pannenhilfe. Bei der HDI gibt es in der Haftpflicht sieben Stufen unterhalb der Bonusstufe 00 (s. Kasten).

Doch auch für Fahranfänger gibt es zuweilen Zuckerl, indem sie manche Versicherer z. B. in die Stufe 06 statt 09 einsteigen lassen. Doch Hotzy relativiert:" Es kann passieren, dass diese Anbieter in der Stufe 06 trotzdem teurer sind als andere Anbieter in der Stufe 09."

Tabelle: PKW-VERSICHERUNGSVERGLEICH

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