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Hedge-Fonds bauen eine neue Spekulationsblase auf

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21.12.2005 | 00:00

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Hedge-Fonds bauen eine neue Spekulationsblase auf

GASTKOMMENTAR

WILDFRIED STADLER

Seit dem Platzen der New-Economy-Blase vor fünf Jahren und der nachfolgenden Normalisierung der Kapitalmärkte haben sich allerorten wieder neue spekulative Blasen gebildet: in einzelnen Immobilienmärkten, im Bereich der Telekomindustrie, im Private Equity Markt. Vor allem aber – trotz einer zuletzt enttäuschenden Performance – in den Hedge-Fonds, in die mittlerweile schon mehr als 1,2 Billionen USD investiert sind. Die Finanzmarktexperten sind uneins darüber, ob sie destabilisierend wirken, weil ihre spekulative Schwungmasse Finanzmarktkrisen auslösen kann – oder nicht vielmehr stabilisierend, indem sie Ausgleichsliquidität für Marktschwankungen bereitstellen. Im Unterschied zu früher eint die Anhänger beider Theorien eint zunehmende Beunruhigung darüber, dass Hedge-Fonds ihr Wirken weitgehend unreguliert entfalten. Während die Handlungsspielräume von Banken durch immer dichtere regulatorische Zäune à la Basel II eingeschränkt werden, tummeln sich schon über 8000 Fonds in den unregulierten Wildbahnen der Welt-Finanzmärkte. Mittlerweile sind auch die Finanzmarktaufseher und Notenbanken hellhörig geworden. Sie sehen sich mit einer neuen Finanzmarkt-Realität konfrontiert, die mit den traditionellen Instrumenten der Geldmengensteuerung nicht in den Griff zu bekommen ist. Zudem sind viele Hedge-Fonds mit Krediten hochgehebelt und die Banken ihrerseits grossvolumig in schwer durchschaubare Investment-Vehikel investiert. Letztlich bauen sie alle darauf, dass es unbegrenzte Möglichkeiten zum Aufbau von Marktpositionen gibt, die eines Tages auch realisiert werden können. Niemand will an die Möglichkeit einer plötzlichen Illiquidität von überbuchten Märkten denken oder gar an grossflächige Wiederholungen der Krise rund um den britischen LTCM-Fonds.

Eine Regulierung der für Zocker anfälligen Branche ist überfällig. Die amerikanische Börsenaufsicht will als ersten Schritt eine Registrierungspflicht durchsetzen. Darüber hinaus bedarf es im Interesse des Anlegerschutzes strenger Qualitätskontrollen und Prüfrechte im Rahmen eines neuen Spielregel-Werkes. Ein solcher "regulatorischer Hedge" stellt wohl die einzig wirksame Strategie gegen eine andernfalls drohende Finanzmarktkrise dar. Der österreichische EU-Vorsitz könnte eine Gelegenheit sein, das Thema gesamteuropäisch zu positionieren.

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