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Kopfweh um Professuren aus der Ferne

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von Melanie Manner | 29.05.2008 | 22:31

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Kopfweh um Professuren aus der Ferne

Anerkannte und nicht anerkannte Professorentitel sorgen im Fall Adrian Hollaender nun in Österreich für Kopfweh. An Titeln ausländischer Universi täten haben sich schon viele die Finger verbrannt.

WB

Die Titelbegeisterung der Österreicher treibt zuweilen seltsame Blüten. Doch nicht alles, was auf der Karte steht, ist auch anerkannt

Zitiert

Christoph Demand, Enic-Naric

Wer einen akademischen Grad unberechtigt führt, kann eine Strafe von bis zu 15.000 € bekommen

Als "Professor" bezeichnet sich Adrian Hollaender, zumindest auf der Homepage seines "Zentrums für Rechtsforschung", mittler weile nicht mehr. Der unglücklich in die Medien gekommene Rechts experte kann das Wort "Professor" vermutlich nicht mehr hören. Ihm wurde angelastet, den Titel ao.Univ.-Prof unberechtigt zu führen.

Ein "Verunglimpfungsversuch" gegenüber ihm als Kritiker des EU-Reformvertrags sei das gewesen, schimpft Hollaender in seiner Replik und weist ein Dokument der rumänischen Universität Klausenburg vor, die ihn als Professor anerkennt.

Hollaender ist nicht der erste, der mit einem von einer ausländischen Universität verliehenen Titel ins Trudeln geraten ist. Prominentes Beispiel ist etwa Gunther von Hagens, international bekannt für seine Körperwelten-Ausstellung. Jahrelang prozessierte er wegen des Führens eines chinesischen Professorentitels.

Erst im Vorjahr entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, Hagens habe nie selbst mit "Professor" unterzeichnet (siehe Kasten). Ob er diesen Titel führen darf oder nicht, darüber wollte sich das Ober landesgericht nicht äußern, er habe es ja schließlich nicht getan.

Verwaltungsstrafe.

Die Materie ist komplex, und vor Leichtfertigkeit sei gewarnt. "Wer einen akademischen Grad oder Grad des akademischen Lebens unberechtigt führt, kann mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 15.000 € belangt werden", warnt Christoph Demand, Vizechef vom Informationsnetzwerk Enic-Naric Österreich. Wer feststellen will, welche Universitäten anerkannt sind, könne sich auf www.enic-naric.net informieren. Eine "Blacklist" von schummerigen Ausbildungsinstitutionen gebe es aber nicht. "Es würde nichts bringen, die wirklichen Schwindler benennen sich sofort um."

Besonders in Amerika treiben sogenannte "Diploma Mills" ihr Unwesen, also Institutionen, die für eine Handvoll Dollar ganze akademische Grade "aufgrund von Lebenserfahrung" verleihen, am liebsten übers Internet. Selbst die Note, mit der der Kunde promoviert, hängt vom Zahlungswillen ab. George Gollin von der University of Illinois hat es sich seit 2002 zur Aufgabe gemacht, den illegalen Diploma Mills aufzuspüren und sie auf seiner Website publik zu machen. "Wir machen Fortschritte", sagt Gollin. "In verschiedenen Staaten wie Washington und Wyoming gibt es mittlerweile eine strengere Gesetzgebung."

Zurück zu Österreich.

Auch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Erst im Vorjahr beendete der Verwaltungsgerichtshof einen Streit zwischen dem Magistrat der Stadt Wien und der Beschwerdeführerin, die schuldig gesprochen worden war, vorsätzlich den akademischen Grad "Dr." zu führen. Es folgte eine Geldstrafe von 4550 €. Den Titel verlieh ihr die als dubios bekannte "Freie Universität Teufen" in der Schweiz.

Frau Doktor führte ins Feld, die Universität habe ihr versichert, sie dürfe den Titel in Österreich führen. Gilt nicht, entschieden die Gerichte. Es wäre ihre Sorgfaltspflicht gewesen, sich bei österreichischen Behörden zu erkundigen.

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2 Kommentare

In Österreich kann man sich auch akademische Titel kaufen !

Ein MBA (Master of Business Administration) von anerkannten österr. Universitäten kostet 25.000 bis 30.000 Euro.

Von Gast: Gast: Professor am 02.06.2008 um 14:36

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Doktor Hahn, bitte überprüfen!


Ich hoffe, meine Erinnerung spielt mir keinen Streich - aber ich glaube, vor einiger Zeit zufällig in eine Puls-TV-Talksendung geraten zu sein, wo das "Phantom der Oper" bei Mausi Lugner zu Gast war.

Nach dieser Feuertaufe dürfte ihm wohl der Professortitel nicht mehr zu nehmen sein...
Einer eventuellen (freilich erst zu arrangierenden) Hochzeit mit Mag. Ute Fabel stünde also bestimmt nichts mehr im Wege.

Logischer Trauzeuge: Wirklicher Magister Herbert Haupt...

Von Gast: Gast: ökono-mist am 31.05.2008 um 03:03

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