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Sprudelnde Gewinne mit Ölsand

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von Jochen Hahn | 25.06.2008 | 16:54

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Sprudelnde Gewinne mit Ölsand

Mehr als 1000 Prozent waren seit 2000 mit Ölsandaktien zu verdienen. Auch der Ölsand-Index schlägt die Konkurrenz um Längen. Attraktivstes Einzelinvestment ist Nexen.

Ölsand macht reich! Davon können nicht nur Kanadas Ölmultis ein Lied singen, Privatinvestoren freuen sich schon seit Jahren über satte Renditen. Auffällig ist zudem, dass Ölsand-Investments nicht nur den Gesamtmarkt deutlich outperformen, sondern auch herkömmliche Ölkonzerne hinter sich lassen. So konnte der im November 2006 eingeführte und aus zehn ölsandfördernden Unternehmen bestehende S-Box Ölsand Index satte 63 Prozent zulegen. Zum Vergleich: Mit dem S&P 500 Öl und Gas Index waren im selben Zeitraum inklusive Dividenden „nur“ 44 Prozent zu gewinnen. Gegen S-Box ist der S&P 500 ein wahrer Rohrkrepierer, denn der marktbreite Index hält in diesem Vergleich bei einem Minus von 0,7 Prozent.

Ölrausch

Der Boom in Kanadas Provinz Alberta und dem Ölsand-Mekka Fort McMurray ist ungebrochen. Die rekordhohen Ölpreise machen die Förderung des schwarzen Goldes aus Bitumen täglich lukrativer. Neueste Prognosen gehen von einem Investitionsvolumen zwischen 1996 und 2016 von rund 87 Milliarden US-Dollar aus. Kein Wunder, immerhin schlummern geschätzte 176 Milliarden Barrel Crude Oil in den Böden Albertas. Laut Angaben der hiesigen Energiebehörde betragen die durchschnittlichen Förderkosten für ein Barrel Crude Oil aus Ölsand nur rund 18 Dollar. Bislang lagen die Schätzungen der Kosten bei rund 40 Dollar.

Die Bedeutung von Ölsand und anderen unkonventionellen fossilen Energieträgern wird in den nächsten Jahrzehnten drastisch wachsen, weil es immer weniger neue konventionelle Öl- und Gasressourcen gibt. Bis 2020 dürfte ein Drittel der Energiereserven der großen Ölkonzerne aus anderen kohlenwasserstoffhaltigen Energiequellen bestehen als Öl oder Gas, prognostiziert Neil McMahon, Ölanalyst der Investmentbank Sanford C. Bernstein & Co. Durch die Nutzung der Vorkommen alternativer Kohlenwasserstoff-Energieträger können die Konzerne ihre Produktionskapazitäten stützen, während die Produktionsmengen auf den bestehenden Öl- und Gasfeldern schrumpfen.

Bei Exxon Mobil könnte sich der Anteil unkonventioneller Energieressourcen wie Flüssigerdgas und Ölschiefer auf etwa 38 Prozent der Kohlenwasserstoffreserven verdoppeln. Dementsprechend richtet der US-Ölmulti den Fokus auf seine Ölsand förderne Tochter Imperial Oil, die übrigens auch im Ölsand-Index vertreten ist.

Bei Royal Dutch Shell soll der Anteil unkonventioneller Energieressourcen bis 2020 von derzeit 12,9 auf 37 Prozent steigen. Anfang 2007 ließ sich Shell die Komplettübernahme der nordamerikanischen Tochter 8,7 Milliarden kanadische Dollar kosten. In den nächsten 15 Jahren will Shell Canada die Ölförderung aus Ölsand auf 350.000 Barrel pro Tag steigern.

„Die Ölunternehmen kratzen mit den Erschließungsprojekten im Schweröl-Bereich buchstäblich den Boden des Ölfasses aus – sie produzieren mit hohen Kosten Öl“, erklärt McMahon gegenüber Bloomberg. „Im heutigen Hochpreis-Umfeld ist dies aber einfacher möglich. Und die Ölriesen haben immer weniger Zugang zu konventionellen Ressourcen.“

Die guten Geschäfte mit Ölsand motivieren nicht nur immer mehr Öl-Multis zum Einstieg in das „schmutzige Geschäft“ Kanadas, es kommt auch immer wieder zu Übernahmen. Neben Shell Canada verschwand Mitte 2007 auch Western Oil Sands vom Kurszettel. Der US-Konzern Marathon Oil schnappte sich den Ölsandspezialisten um satte 5,56 Milliarden Dollar.

Kursraketen

Ein Direktinvestment in Ölsandaktien machte sich in den vergangenen Jahren jedenfalls mehr als bezahlt. Mit dem Ölsand-Pionier Suncor konnten Anleger von Jänner 2000 bis heute sensationelle 1129 Prozent gewinnen.

Macht es nun aber noch Sinn, auf den fahrenden Zug aufzuspringen? Mit Blick auf die Bewertung der Ölsandförderer und den laufend neuen Rekordkursen beim Ölpreis muss die Frage mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Der Median des KGV ’08e der zehn größen Ölsand-Unternehmen liegt bei 13,5, bei einem gleichzeitigen jährlichen Gewinnwachstum von 21,2 Prozent.

Um die Einzelauswahl zu erleichtern, filterte das WirtschaftsBlatt in bewährter Manier die Top Picks der Branche heraus. Als Sieger geht dabei Nexen vor Suncor und Husky Energy aus dem Rennen. Übrigens: Alle zehn „getesteten“ Ölsandwerte liegen auf Einjahressicht zwischen fünf und 58 Prozent im Plus. Wem ein Direktinvestment in Aktien zu riskant ist, der kann sich das von der Deutschen Bank aufgelegte Zertifikat auf den Ölsand-Index ins Depot legen (ISIN DE000DB8BTS6).

Den Börsetest finden Sie in der Donnerstag-Ausgabe des WirtschaftsBlatt.

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