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Mediation in der Wirtschaft stärker gefragt

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von Ursula Rischanek | 28.12.2009 | 22:32

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Mediation in der Wirtschaft stärker gefragt

Wolfsbach. Allparteilichkeit - das wird bei Christa Fischer-Korp groß geschrieben: "Unsere Aufgabe ist es, zu schauen, dass es keine Beschädigten gibt." Die häufigsten Fälle, bei denen die Wirtschaftsmediatorin zugezogen wird, sind derzeit Unternehmensübergaben und -übernahmen. Gerade wenn der Wechsel an der Spitze im Familienkreis erfolgt, sind viele Fallstricke vorhanden: Wer erhält welche Befugnisse zu welchem Zeitpunkt? Welchen Bereich behält sich der Übergeber noch? Oder auch: Wie kann er loslassen?

"Wir helfen zum einen, in diese Bereiche Klarheit zu bringen, zum anderen die emotionalen Verstrickungen auseinanderzudividieren", erklärt Fischer-Korp, Mitglied der Expert-Group der Wirtschaftsmediatoren. All diese offenen Fragen zu bearbeiten, sei absolut sinnvoll. "Denn nur so geht es weiter", weiß die Expertin. Ungeklärte Verhältnisse würden nämlich auch die Mitarbeiter verunsichern. Diese wüssten häufig nicht genau, wer nun der Ansprechpartner sei - selbst in ganz kleinen Betrieben. Auch bei Lieferanten, Kunden, Banken und anderen Institutionen würden sich Nachfolger, aber auch Übergeber leichter tun, sofern die Situation geklärt sei. "Wird gewurschtelt, kann das verheerende Auswirkungen haben - im schlimmsten Fall bis zum Konkurs", warnt Fischer-Korp, die vor allem bei der jüngeren Generation ein zunehmendes Interesse an Mediation bemerkt.

Den Klienten wird während eines zwei- bis dreijährigen Prozesses dabei nicht nur geholfen, die Übergabe bzw. Übernahme friktionsfrei durchzuführen - beide Seiten werden dabei gleichsam auch gecoacht. So lernen Übernehmer etwa, schwierige Gespräche zu führen, den Übergebern wiederum zeigen Mediatoren oft auch neue Lebensperspektiven auf.

Aber auch bei Konflikten jeglicher Art mit Mitarbeitern, Lieferanten oder bei Kooperationen sieht Fischer-Korp ihr Betätigungsfeld. "Verschlechtern sich beispielsweise Kennzahlen dramatisch, sollte man genau dort hinschauen", sagt sie. Etwa bei zunehmender Fluktuation oder stark steigenden Krankenständen sei es nötig, "einen Blick ins Innere" zu werfen.

Konflikte kosten

"Die Konfliktkosten sind deutlich höher als das Honorars eines Mediators." Zu Ersteren zählt sie den Verlust von Arbeitsleistung bei geringer Motivation, die Kosten für die Personalsuche oder die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter.

Doch nicht nur im engeren Unternehmensbereich sieht Fischer-Korp ein reiches Betätigungsfeld - auch bei Konflikten zwischen Gemeinden und Bürgern sind Mediatoren zunehmend gefragt. Häufig dann, wenn sich die Bevölkerung gegen die Ansiedlung eines Betriebes ausspricht. "In moderierten Veranstaltungen wie einer Bürgerversammlung kann man oft sehr gut klar machen, dass auch dem Kommunalpolitiker durch Land oder Bund Grenzen gesetzt sind", sagt Fischer-Korp, die auch die Arbeitsgruppe Mediation an der Schnittstelle zwischen Behörde und Bürger bei der WKÖ leitet. Oder umgekehrt den Sorgen der Bürger Gehör verschaffen. "Wichtig ist es, einen Weg zu finden, damit ihn alle mitgehen können."

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