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C-Quadrat: Grasser ist kein Schnäppchenjäger

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von Hans Weitmayr | 30.04.2007 | 10:43

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C-Quadrat: Grasser ist kein Schnäppchenjäger

Fulminant. Anders ist der PR-Coup des Fonds-Hauses C-Quadrat, den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser als Aufsichtsrats-Chef an Bord zu holen, nicht zu bezeichnen.

WB/Tanzer

Denn: Mit diesem personellen Schachzug punktet das Unternehmen sowohl auf der betriebswirtschaftlichen wie auch auf der finanztechnischen Ebene. Man darf nicht vergessen, dass KHG nach wie vor ein strahlkräftiges Zugpferd darstellt, das über die Landesgrenzen – und vor allem in Deutschland – bekannt ist. Der Einzug des Ex-Politikers ins C-Quadrat-Kontrollgremium war sogar die Süddeutsche Zeitung eine Notiz wert – und in dieses Blatt muss man als Wert mit einer überschaubaren Marktkapitalisierung von 212 Millionen € erst einmal kommen.

Steigt der öffentliche Bekanntheitsgrad des Finanzdienstleisters, wird es auch dem neuen deutschen Vertriebspartner AWD leichter fallen, C-Quadrat-Produkte an den Mann zu bringen. Die Expansion im nördlichen Nachbarmarkt ist ein lange geplantes Konzept des Finanzdienstleisters. Da die Kooperation mit AWD nun unter Dach und Fach ist, erweitert das Vertriebspersonal um 4000 Personen.

Glamour-Effekt.

Auch der Attraktivität der eigenen Aktie kann der Grasser-Einstieg nicht schaden. Denn, mal ehrlich, welcher österreichische Anleger würde sich beispielsweise für ein Investment in die Baader Wertpapierhandelsbank interessieren? Eher eine Minderheit, weil vor allem unbekannt.

Ein hinkender Vergleich? Mitnichten. Die Baader Wertpapierhandelsbank notiert wie C-Quadrat im deutschen Prime Standard und verfügt über etwa dieselbe Marktkapitalisierung.

Und was für den österreichischen Anleger gilt, gilt unter umgekehrten Vorzeichen auch für den deutschen, auf den es bei einer Notierung in Frankfurt schliesslich ankommt: Er wird ein unbekanntes Papier wie C-Quadrat eher nicht im grossen Stil kaufen. Es sei denn, es ist vielleicht gar nicht mehr so unbekannt. Dann wird er es KHG, der angekündigt hat, Aktien an C-Quadrat zu erwerben, vielleicht gleich tun und ein paar Anteile im Portfolio deponieren.

Fragt sich nur, zu welchem Preis. Denn wenn sich Grasser die Aktie angeschaut hat – und wer, wenn nicht er, hätte dafür das Rüstzeug –, dann wird er schnell bemerkt haben, dass sie im Vergleich zur Peer Group ziemlich teuer ist. Bei allen auf Basis der Erwartungen für 2007 errechneten, relevanten Kennzahlen liegt C-Quadrat deutlich schlechter als der Branchenschnitt.

Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sind es rund 50 Prozent, beim Verhältnis des Unternehmenswertes zum EBIT sogar noch mehr. Das Kurs/Buchwert-Verhältnis liegt laut Prognosen für 2007 mit 6,2 nahe beim Branchenschnitt von 5,7 – dieses gnädige Ergebnis kommt aber nur dank des Schweizer Ausreissers Partners Group zustande, der bei dieser Kennzahl einen Wert von 12,3 in die Waagschale wirft.

Rechnet man die Eidgenossen heraus, liegt das Durchschnitts-Verhältnis bei 4,1. Insgesamt ergibt sich im Vergleich mit der direkten Konkurrenz also ein Aufschlag von rund 50 Prozent. Der scheint nicht gerechtfertigt.

Zwei Szenarien.

Damit muss der Schluss gezogen werden, dass es für die Aktie in Zukunft nur zwei Möglichkeiten geben kann, um zu den Bewertungen der Peer Group aufzuschliessen. Erstes Szenario – und das scheint nur mittelfristig anwendbar: Das Unternehmen steigert seinen Gewinn je Aktie stärker als bislang prognostiziert – und zwar auf weit jenseits der für Ende 2008 erwarteten 2,2 € je Aktie. Das wird schwierig, da schon die 2,2 € einer 50-prozentigen Steigerung gegenüber den Forecasts für das laufende Jahr entsprechen. Wäre aber notwendig, da die Ergebnisse der Konkurrenz in den kommenden eineinhalb Jahren wohl kaum stagnieren werden.

Das zweite Szenario, das zu einer Anpassung der Bewertung führen würde – und selbiges vermutlich wesentlich schneller als das erste: ein Kursabschlag von rund 50 Prozent. Das ist natürlich keine schöne Aussicht – insbesondere für ein Unternehmen, das operativ vielversprechend aufgestellt ist –, erscheint aber als die schlüssigere der beiden Varianten.

Fazit.

Die Aktie ist fundamental teuer, zu einem Einstieg kann – trotz des positiven Grasser-Effekts – nicht geraten werden. Zumindest nicht auf dem gegenwärtigen Kursniveau.

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