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Century: Liebling, ich habe die Casinos geschrumpft

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von Hans Weitmayr | 07.10.2008 | 14:05

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Century: Liebling, ich habe die Casinos geschrumpft

Die gute Nachricht: Ohne Südafrika reduziert sich das Währungsrisiko

Das Casino, so geht eine landläufige Mär, gewinnt immer. Was an sich stimmt - im konkreten Fall handelt es sich jedoch nicht um reines Glücksspiel, sondern um das manchmal ebenso unberechenbare Geschehen am Börseparkett. Und da hat Century seit einiger Zeit relativ schlechte Karten. Die letzten Quartalsergebnisse waren gewinntechnisch samt und sonders von Rückgängen gezeichnet, und als wäre das des Schrumpfungsprozesses nicht genug, läuft derzeit der Verkauf des Südafrika-Geschäfts an, das nach wie vor knapp ein Drittel der Gesamtumsätze und 35 Prozent des Unternehmensgewinns einspielt.
Die gute Nachricht: Mit dem Rückzug aus einem Land, dessen Landeswährung der Rand ist, reduziert sich die Währungsunsicherheit, die die Bilanz des Glücksspielkonzerns schon das eine oder andere Mal ordentlich durcheinandergewirbelt hat. Außerdem besteht die Hoffnung, dass der Verkaufserlös hoch und gut investiert wird. Erhofft wird von Century-Seite ein Betrag, der der aktuellen Marktkapitalisierung des Unternehmens entspricht: also rund 35 Millionen US-Dollar. Der Deal soll im ersten Quartal 2009 unter Dach und Fach sein, der Verkaufspreis in neue Casinos, vor allem in Osteuropa, fließen und bei „nicht zufriedenstellender Performance", wie es aus dem Management heißt, auch zur Kurspflege verwendet werden.

Gutes Know-how. Doch der Zukauf neuer Casinostätten muss punkto Expansion nicht das einzige Mittel sein. Wie erfolgreich Investitionen in bereits bestehende Einrichtungen sein können, zeigt das Beispiel Edmonton, Kanada, wo eine teilweise Umwidmung der Grundfläche bei gleichzeitiger Erhöhung der Slot-Plätze und die Einführung von 24 Stunden Poker-Tischen dazu geführt hat, dass sich das EBITDA des Casinos im zweiten Quartal auf 2,3 Millionen US-Dollar praktisch verdoppelt hat. Auf der anderen Seite bleibt das Geschäft in den USA weiterhin rückläufig. Besonders das Womacks Casino in Colorado hatte zuletzt mit Umsatzeinbußen von 36 Prozent und einer Zerbröselung des Gewinns um rund 75 Prozent auf 433.000 Dollar zu kämpfen. Neben der Konkurrenz durch neue Casinos und Umbauarbeiten beruft sich das Management auf ein generell geringeres verfügbares Einkommen der US-Bürger - was wiederum keine guten Vorzeichen für einen anderen Bilanzposten des Konzerns bedeutet: nämlich die 21 Prozent des EBITDA, die in Prag, den Kreuzfahrtschiffen und Polen erwirtschaftet werden. Klar ist, dass Menschen in Krisenzeiten zuerst beim Urlaub - auch der Kreuzfahrt - sparen und die Krise, die die USA längst erfasst hat, in Osteuropa erst noch richtig ankommen wird. Ein Lichtblick für die Casinos in Colorado: am 4. November steht eine Abstimmung an, ob die potenziellen Limits von fünf auf 100 US-Dollar angehoben werden. Geht die Initiative durch, steigt die Anziehungskraft von Casinos in Colorado gegenüber den umliegenden Bundesstaaten.

Peer Group. Was nicht bedeutet, dass die börsenotierte Konkurrenz nicht mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Und vergleicht man die Kennzahlen von Century mit der von Bloomberg ausgewiesenen Peer Group, hellt sich das Bild sogar ein wenig auf. Sowohl bei KGV, Preis zu Buchwert und Preis zu Umsatz liegt das Unternehmen deutlich besser als die Peer Group (siehe Infokasten oben). Gewichtet man die hier genannten Kennzahlen gleich, ergibt sich ein Aufwertungspotenzial, das in etwa dreißig Prozent des aktuellen Kurswertes von zuletzt rund zwei US-Dollar ausmacht. Nach der Lektüre des letzten Satzes sofort auf den „Buy"-Knopf zu drücken, wäre aber voreilig.

Schneller Finger. In Betracht gezogen werden muss auch das branchenexterne Umfeld. Stichwort: „weltweite Rezessionsängste", die die Märkte derzeit nach konservativen Anlageformen suchen lassen. Auch langfristige Investoren überlegen es sich derzeit zwei bis drei Mal, ob sie statt eines geprügelten Blue Chip, der über die nächsten Jahre fast garantiert Kursgewinne verzeichnen wird, einen Randwert wie Century ins Portfolio nehmen sollen. Hat man einen schnellen Finger, kann man natürlich auf Centurys hohe Tagesvolatilitäten setzen - wobei: das konnte man zuletzt bei der UniCredit auch...

 

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