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Dialog-backdrop Wienerberger: Vom Value-Investment zum „Ramschladen“......und als solcher für Anleger zwangsläufig auch riskant Ein Jammer! Jahrelang war Wienerberger an der Börse so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau: Ein grundsolider Industriewert mit schöner Dividendenrendite, gleichzeitig aber auch einer satten Wachstumsstory; dazu gab’s noch eine Portion Übernahmefantasie – und fertig war das Trauminvestment. Mit der Ziegelaktie konnte man sich in den Jahren vor der Krise regelrecht dumm verdienen. In den Vordergrund stellte der Konzern selbst dabei stets die vermeintliche Sicherheit. Die eigenen Geschäftsberichte wurden als „langweilig“ bezeichnet, eine Anleihe mit dem Slogan präsentiert „Schlafen Sie ruhig: Investieren Sie in Ziegel“. Durch die Krise hat sich die Welt nun aber grundlegend verändert, gerade in Bezug auf Wienerberger: Ruhig schlafen die Investoren des Konzerns schon lange nicht mehr. Ihr Trauminvestment wurde zum Alptraum, Qualität zu Schrott! Junk. Ja, Sie lesen richtig! Wienerberger ist bei den Ratingagenturen durch-, sprich aus dem Investmentgrade gefallen und „genießt“ nun Ramsch-Status. Die Buchstaben Ba1 (Moody’s) bzw. BB+ (Standard & Poor’s), die nun das (langfristige) Rating des Unternehmens „zieren“, bedeuten nichts anderes als: „spekulative Anlage mit mäßiger Deckung für Zinszahlungen und Tilgung“. So viel zur tollen Sicherheit, der Langeweile und dem ruhigen Schlaf! Ein teurer Spaß. Stattdessen rächt sich jetzt die Expansion der Vergangenheit. Im ersten Quartal schlug eine Nettoverschuldung von mehr als einer Milliarde € zu Buche. 2010 wird laut Bloomberg eine Kreditlinie über 370 Millionen € fällig, 2011 weitere 268 Millionen, und 2012 läuft dann eine Anleihe über 400 Millionen aus. Wer sich mit der Baustoffindustrie beschäftigt, weiß, dass die Wiener mit ihren Problemen keineswegs allein dastehen, auch Junk-Ratings sind weit verbreitet. Baustoff-Riesen wie HeidelbergCement oder Cemex haben selbst Refinanzierungsschwierigkeiten, da laut Experten zumindest bis 2011 auch kein Aufschwung in Sicht ist. Doch sie steuern dem mit Asset-Verkäufen gegen, was sie aufgrund ihrer Größe und breiten Aufstellung auch leichter können. Fazit. Dass Wienerberger in der Krise schlecht dasteht, also offensichtlich nicht optimal aufgestellt ist, zeigt ein Branchenvergleich. Die Wiener sind der einzige Player unserer Peer Group, bei dem heuer Verluste erwartet werden, und auch mit Blick auf 2010 auf KGV-Basis entsprechend teuer. Zudem ist wohl wieder keine Dividende zu erwarten. All das macht die Aktie nicht wirklich interessant. Zieht man allerdings noch andere Bewertungskennzahlen hinzu, so schaut der Titel dann doch attraktiv aus. Mit Multiples von 0,37 bzw. 0,30 in Relation zu Buchwert und Umsatz ist Wienerberger sehr wohl wesentlich günstiger als der Branchenmedian (s. Grafik). Freilich sind die Risiken mittlerweile doch groß – Tendenz steigend. Die erwähnte Unterbewertung besteht also nicht umsonst. Eines muss Anlegern bewusst sein: Wienerberger ist derzeit ganz einfach ein spekulatives Investment! Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Analysen…
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1 Kommentar
kurzweiliger Artikel
sehr kurzweilig geschrieben, war ein Vergnügen.
Von Gast: Gast: Bob the builder am 30.06.2009 um 10:21
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