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Do&Co: Packen Sie einen Teil des Proviants für später ein

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von Michaela Lexa | 29.01.2010 | 11:52

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Do&Co: Packen Sie einen Teil des Proviants für später ein

Bei einem Plus von 60 Prozent sollte ein Teil des Gewinns realisiert werden

Wenn das kein Acht-Gänge-Menü ist, das uns da die Aktie des Cateringunternehmens Do&Co auftischt: Rund 60 Prozent hat das Papier in den paar Tagen des heurigen Jahres schon zugelegt. Unnötig zu erwähnen, dass die Aktie damit in Wien mit Abstand die beste ist und den ATX aussehen lässt, als würde er seit Jahren in einem tibetanischen Kloster nichts als Fastensuppe essen. Wiewohl an dieser Stelle auch gesagt werden muss, dass die Do&Co-Aktie den Speck, den sie sich seit Jahresbeginn zugelegt hat, auch bitter nötig hatte. Denn während der Wiener Leitindex im Vorjahr mehr als  48 Prozent Plus schaffte, darbte das Gourmet-Papier vor sich hin und musste den Tisch gar mit einer negativen Jahresperformance von 8,70 Prozent abräumen. Doch mittlerweile hat sich das Tischlein gedeckt, die Frage ist, ob noch genügend vorhanden ist, um mitzunaschen.

Gestiegenes Interesse. Wollen wir doch zuerst einmal analysieren, warum das Papier wie eine Rakete abgeht. Laut Firmenchef Attila Dogudan wartet kein Käufer vor der Tür, auch der Einstieg eines neuen Aktionärs stehe nicht bevor. Ein Blick auf die gehandelten Stücke gibt ihm Recht, schließlich beträgt der Free Float auch nur 24,56 Prozent. Am Markt wurde als weiterer Grund eine Investorenkonferenz vergangene Woche genannt, bei der sich das Unternehmen gut präsentiert habe. Das können wir allerdings nicht ganz gelten lassen, da die Kursrally schon in den Wochen davor eingesetzt hat. Marktteilnehmer berichten allerdings von gestiegenem Interesse an der Aktie, da sie oben erwähnte Recovery im Vorjahr nicht mitgemacht hat. Und am Markt würde derzeit nach Alternativen gesucht, vor allem im Small Cap-Bereich. Was noch zur Begründung herangezogen werden kann, ist, aufgrund der Enge der Aktie, das laufende Aktienrückkaufprogramm. Im Jänner wurden bisher 7170 Papiere zurückgekauft, insgesamt sind es bisher 128.470. Bis zu 311.808 Stück wurden von der Hauptversammlung am 10. Juli 2008 genehmigt, das heißt also, dass noch mehr als die Hälfte aussteht. Die Aktien sollen auch als „Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, (Teil)Betrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland“ verwendet werden. Im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt hat Dogudan jedenfalls kleinere oder größere Zukäufe in den nächsten Monaten angekündigt.

Aktien allein als Akquisitionswährung werden nicht genügen. Ende des ersten Halbjahres 2009/10 (per Ende September) beliefen sich die liquiden Mittel laut Geschäftsbericht auf 17,676 Millionen €. Damit lassen sich zwar kleinere Happen zukaufen, für etwas Größeres wird es aber nicht reichen. Also spekulieren wir mal wild drauflos und werfen eine Frage aufs Parkett: Steht eine Kapitalerhöhung (KE) bevor? Am Markt wird sie als realistisch eingeschätzt, wiewohl noch nicht zu diesem Preis. Da müsste es schon noch raufgehen – so Richtung 20 €, wird gemutmaßt. Positiv für Aktionäre, wenn die Altaktionäre nicht mitziehen: Der Streubesitz würde erhöht, die Liquidität und damit die Attraktivität der Aktie steigen. Negativ für Aktionäre: die Gewinnverwässerung. Möglichkeit Nummer zwei: Fremdfinanzierung via Anleihe oder Kredit. Do&Co hat aktuell keine Finanzverbindlichkeiten und weist daher ein Net Gearing von minus 20,6 Prozent auf! Eine Kreditaufnahme sollte daher auch im aktuell weiter schwierigen Umfeld kein großes Thema sein. Sehr wohl ein Thema ist der eigene Ausbau des Geschäfts. So startet Do&Co etwa heuer in der Türkei mit der Belieferung von Supermärkten, in einem weiteren Schritt kann sich Dogudan auch eigene Läden vorstellen. Und in Österreich eröffnet spätestens im Herbst unter der Marke „Henry“ ein gesundes Lokal. Zudem kann sich der Do&Co-Chef Hotels in New York und London vorstellen, jenes in Istanbul sei in der letzten Bewilligungsphase.

Türkei-Geschäft hilft. Kommen wir noch zum operativen Geschäft. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 20,7 Prozent auf 184,47 Millionen €. Da macht sich die EURO 2008 bemerkbar, die die Vergleichszahlen positiv beeinflusst hat. Da diese aber auch ein hohes Volumen an margenfreien Umsätzen mit sich brachte, konnte Do&Co die Margen­situation im aktuellen Jahr verbessern. Erfreulich ist, dass die Sparte Airline Catering den Umsatz fast halten konnte (minus 1,9 Prozent auf 134,08 Millionen €). Hier macht sich vor allem das Joint Venture mit Turkish Airlines positiv ­bemerkbar, denn in Österreich gingen die Umsätze stark zurück – bedingt durch Sparmaßnahmen bei der AUA.

Fazit. Im Peer Group-Vergleich fällt auf, dass das Papier punkto Kurs/Buchwert-Verhältnis und EV/EBITDA günstig ist – und damit eigentlich selbst ein idealer Übernahmekandidat wäre. Darauf sollten Anleger allerdings nicht spekulieren. Wir sind der Meinung, wer die Rally mitgemacht hat, sollte auf alle Fälle Teile des Gewinns realisieren. Und den Rest via Stops bitte absichern. Denn brechen Korrekturzeiten an, kommen Small Caps immer stärker unter Druck. Die eigentliche Frage ist aber: Zahlt sich ein Einstieg noch aus? Wenn Sie auch mit einer KE spekulieren, die aber möglicherweise erst ab einem Niveau von rund 20 € in Erwägung gezogen wird, dann ja. Denn da hat die Aktie noch Potenzial. Eine Bank ist das aber nicht.

 

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