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Airlines in der Krise: Die "apokalyptischen Reiter" bringen Milliardenverluste

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03.06.2008 | 14:12

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Airlines in der Krise: Die "apokalyptischen Reiter" bringen Milliardenverluste

Stürmische Zeiten prognostiziert die derzeit in Istanbul stattfindende IATA-Tagung ihren Mitgliedern. Im laufenden Jahr sollen die Luftlinien einen Gesamtverlust von bis zu 3,9 Milliarden Euro einfliegen. Und das könnte erst der Auftakt zu Schlimmerem sein.

WB/Tanzer

Praktisch alle Fluggesellschaften rund um den Globus befinden sich im Kampf gegen die Kosten und gleichen derzeit Baustellen

Krisenstimmung herrscht derzeit auf der Tagung der International Air Transport Association in Istanbul. Für das laufende Jahr prognostiziert die IATA, dass ihre Mitglieder, die für 93 Prozent des internationalen Luftverkehrsverantwortlich zeichnen, einen Gesamtverlust von bis zu 3,91 Milliarden Euro einfliegen könnten.


Im letzten Jahr hatten die 230 Mitglieder der IATA noch einen kombinierten Gesamtgewinn von umgerechnet knapp 3,6 Milliarden Euro eingeflogen. Dies war das erste Plus seit den Anschlägen von 9/11 im Jahr 2001. Seit den Anschlägen in den USA haben die Airlines bis 2006 in Summe Verluste von über 23 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Allein im Jahr 2001 fielen mit gut 8,3 Milliarden Euro mehr als ein Drittel der Einbußen an.

"Gerade als die Erholung eingesetzt hat, sehen wir uns einer anderen und potenziell noch größeren Krise gegenüber, analysiert IATA-CEO Giovanni Bisignani. Die in die Höhe schießenden Ölpreise ändern demnach alles und hätten "mehr Zerstörungspotenzial als unsere bisherigen Schlachten gegen alle Reiter der Apokalypse zusammen".


Die Lage präsentiert sich für die Luftfahrtunternehmen in der Tat zunehmend dramatisch, sind sich Analysten einig. Seit Jahresbeginn haben weltweit rund ein Dutzend Luftlinien ihre Maschinen endgültig in den Hangars abgestellt.
Die IATA hat den Maximalverlust der für das laufende Jahr prognostiziert wird auf einem Fasspreis für Rohöl in Höhe von 135 Dollar kalkuliert. Selbst bei einem Fasspreis von 107 Dollar würden die IATA-Mitglieder noch einen Verlust von fast 1,5 Milliarden Euro einfliegen. Und an Fasspreis-Prognosen von bis zu 200 Dollar will in der IATA erst gar niemand denken. Bereits heute sind die Treibstoffkosten rund dreimal so hoch wie im Jahr 2000. Bei manchen Airlines machen die Treibstoffkosten nach Angaben des US-Verbandes ATA (Air Transport Association) bereits 40 Prozent der Gesamtkosten aus.

Einspar-Optionen schwinden

Die Situation bezeichnet Bisignani laut Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg als "düster", hätten die Luftlinien doch in den letzten Jahren bereits massiv und auch erfolgreich an Kostensenkungen gearbeitet. Die Flotten seien technisch verbessert worden und hätten die Treibstoffeffizienz um 19 Prozent gesteigert. Abseits der Treibstoffe sind die Kosten pro Passagier um 18 Prozent gesenkt worden. Diese Erfolge werden durch den Ölpreis jedoch einfach ausradiert. Das Niveau ist mittlerweile so hoch, dass selbst spürbare Senkungen keine Chance mehr auf einen Flug in positive Zahlen ermöglichen.

Selbst Fusionen und Übernahmen sind nach Ansicht von Experten nicht mehr in der Lage die Branche ins Plus zu hieven. "Es besteht die falsche Annahme in den USA, dass eine Konsolidierung bei den Unternehmen die Probleme lösen könne", erklärt Steven Udvar-Hazy, CEO der weltweit größten Flugzeug-Leasingfirma International Leas Finance Corp., den Hoffnungen eine Absage.

Da alle betriebswirtschaftlichen Maßnahmen und sämtliche Marktmechanismen nicht greifen, will die IATA nun staatliche Unterstützung für die Mitgliedsbetriebe. Die Regierungen werden aufgefordert Hürden für Fusionen und Übernahmen abzubauen, die Treibstoffpreise ihrem wahren Wert anzupassen, Steuern zu senken und Flughäfen strenger zu regulieren während Gewerkschaften aufgefordert werden Lohnforderungen zu begrenzen. Gleichzeitig haben große US-Fluggesellschafte bereits angekündigt, ihre Flotten um bis zu zehn Prozent verringern zu wollen.

Passagier zum Kilopreis

Parallel wird wohl der Kunde wieder verstärkt zur Kasse gebeten werden. Nach Treibstoffzuschlägen werden weitere Services wie Gepäck und Bordbetreuung zunehmend mit Kosten belastet. Wer beim US-Flugriesen das Ticket telefonisch bestellt, zahlt einen Aufpreis von 25 Dollar. American Airlines wiederum erhebt bereits auf jedes Gepäckstück jenseits des Handgepäcks eine Gebühr von 15 Dollar.
Experten prognostizieren sogar eine besonders kreative Art der Ticketpreis-Gestaltung. Künftig könnten die Fluggäste einen Aufschlag bezahlen müssen, je nach Höhe des Körpergewichts.

(ekh)

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