von Jochen Hahn | 10.07.2008 | 16:31
US-Zwangsversteigerungen erklimmen neues Rekordhoch
"Das Problem der Zwangsversteigerungen verschlimmert sich. Es wird uns noch bis ins nächste Jahrzehnt erhalten bleiben".
Die Zwangsvollstreckungen haben in den USA im Juni dramatisch zugenommen. Im Jahresvergleich stieg die Zahl um 53 Prozent. Die Aneignungen von Immobilien durch Banken verdreifachten sich sogar. Mit den sinkenden Hauspreisen bei zugleich steigender Zinsbelastung können immer mehr Amerikaner ihre Raten nicht zahlen.
Über 252.000 Objekte befanden sich in irgendeiner Phase der Zwangsversteigerung, berichtet der Datenanbieter RealtyTrac. Damit wäre einer von 501 US-Haushalten betroffen. "Das Problem der Zwangsversteigerungen verschlimmert sich. Es wird uns noch bis ins nächste Jahrzehnt erhalten bleiben", prognostizierte Mark Zandi, Chef-Ökonom bei Moody's Economy.com.
Seit dem Frühjahr 2006, als die US-Häuserpreise den Gipfel erreichten, ist für die Eigentümer der Wert ihrer Immobilien um insgesamt etwa 3,5 Billionen Dollar gesunken. Bei 53 Prozent der Kreditnehmer von Subprime-Hypotheken wird bis Ende des Jahres der Wert ihres Hauses unter den Beleihungswert fallen, erwarten die Analysten von Credit Suisse in New York. Diese Quote werde 2009 noch auf 63 Prozent steigen.
Die zunehmenden Zahlungsausfälle und Zwangsversteigerungen verstärken das bereits erhebliche Überangebot am US-Immobilienmarkt und verlängern die Krise dort. Die höchste Rate an Zwangsversteigerungen hatte erneut der Bundesstaat Nevada. Einer von 122 Haushalten dort befand sich in einer Phase der Zwangsversteigerung, was viermal so hoch ist wie der nationale Durchschnitt. Am zweitstärksten war Kalifornien betroffen mit einem von 192 Haushalten.
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